Zitat von DerWoWusste:
Zum Klonen: Ich kann es mit allen mir bekannten Verschlüsselungen bestätigen und zwar sowohl für online-Imaging
(drive snapshot wird verwendet) als auch für offline cloning mit clonezilla. Verwendete Verschlüsselungen: Bitlocker,
PGP WDE 10, Truecrypt 5/6/7, Seagate FDE.
Nun ja, ich habe verschiedene Versionen von Bitlocker, PGP, SecureDoc und SafeGuard gegen verschiedene Acronis und Symantec Lösungen/Versionen/Builds getestet und das Bild daraus ist halt ein anderes, gemischtes. Die Build von Acronis, die Biltocker unter Windows 7 nicht packt (bzw. in neun von zehn Fällen am Ende einen Fehler ausspuckt), ist unter Vista problemlos einsetzbar. Die Hersteller räumen schließlich auch ein, dass bestimmte Konstellationen nicht unterstützt werden. Es lassen sich jeweils funktionierende Kombinationen finden, keine Frage. Aber ebenso funktioniert vieles nicht bzw. ich habe nicht die Erkenntnisse dazu, dass ich einem Kunden sagen könnte, es würde pauschal tadellos funktionieren.
Zum Thema PBA (preboot Authentifizierung):
> Alle RAM-basierten Angriffsmöglichkeiten (derzeit Cold-Boot, DMA und Bus-Catcher) funktionieren unabhängig von der
Authentifizierungsmethode gegen alle konventionellen FDE-Lösungen
Das stimmt ganz und gar nicht für coldboot. Sieh mal bitte, wer das Video gemacht hat: nicht Hans Wurst, sondern das Center
for Information Technology Policy der Universität Princeton. Wie DMA und DBUS-Catcher vor dem Überwinden der PBA an die
Daten kommen sollen, erläutere bitte.
Da haben wir uns missverstanden bzw. Du hast Cold-Boot in eine meines Erachtens etwas unorthodoxe Assoziationskette gesetzt.
An dem Video habe ich nichts auszusetzen, eine tadellose CB-Attacke. Aber wie alle RAM-Methoden eben gegen ein laufendes, entsperrtes System. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass es bei dieser Art von Angriffen nicht darauf ankommt, wie das System entsperrt wurde, denn einen anderen Eindruck hat dein Beitrag für mich erweckt.
Wenn ich Dich jetzt richtig verstanden habe, hast Du dich auf eine Anwendbarkeit der CB-Attacke gegen ausgeschaltete, durch Nur-TPM-Konfiguration selbst entsperrende Systeme bezogen. So ein Vorgehen ist natürlich denkbar und durch eine PIN zu verhindern (durch USB-Stick aber auch). Allerdings besteht bei solchen Systemen selten der Bedarf, überhaupt den kryptografischen Schlüssel zu ermitteln. Das müsste eine nicht transportable Maschine mit nicht abtrennbarem TPM sein. Und dann würde ich es lieber über DMA machen, was bei Servern eigentlich immer geht.
Man muss einfach auseinander halten: Angriffsvektor für RAM-Methoden ist nicht die Preboot-Authentifizierung und da ist diesbezüglich nichts zu reißen. Wodurch im Anwendungsfall eine Authentifizierung beim Start erzwungen werden sollte, ist eine andere Frage. Wenn der Angreifer die konkreten Authentifizierungsmittel aufbringen kann, sei es, dass sie im gestohlenen Laptop eingebaut sind oder noch am USB-Port stecken, sind RAM-Methoden das geringste Problem des Besitzers.
Grüße
Richard