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Mitglied: spacyfreak
10.03.2012, aktualisiert 11.03.2012, 5866 Aufrufe, 9 Kommentare, 1

Vorstellungsgespräche IT - Sammlung typischer Fragen - Diskussion über mögliche Antworten

Schön wenn man eingeladen wird! Noch schöner, wenn man sich dann nicht selber ins Aus labert...

Was haben Sie denn bisher so gemacht? Erzählen Sie mal.
Was war das Schlimmste was Ihnen bisher passiert ist bei der Arbeit?
Glauben Sie dass Sie dem Stress gewachsen sind?
Wo sehen Sie Ihre Stärken / Schwächen?
Wie kamen Sie denn mit Ihren Kollegen zurecht?
Wo sehen Sie sich beruflich in 5 Jahren?
Warum sollten wir gerade Sie einstellen?
Was wissen Sie über unser Unternehmen?
Warum möchten Sie Ihre alte Anstellung aufgeben?
Sie haben relativ oft den Arbeitgeber gewechselt. Hat das einen Grund?
Sie sind recht hoch zertifiziert. Beherrschen Sie die fachliche Materie auch in der Praxis?
Macht es Ihnen etwas aus wenn wir uns bei einem Ihrer früheren Arbeitgeber über Sie erkundigen?
Welche Gehaltserwartungen haben Sie?
Halten Sie diese Forderungen für realistisch?


Wie würdest Du antworten?



Hier beispielhaft, wie man NICHT antworten sollte...

Was haben Sie denn bisher so gemacht? Erzählen Sie mal.

Fehlerpotential:
  • Man kennt den eigenen Lebenslauf nicht (schlecht vorbereitet, eventuell Stationen im Lebenslauf erfunden)
  • Es wird über alte Kollegen / Vorgesetzte / Ausbilder / Firmen geschimpft / schlecht geredet (Hat sich nicht unter Kontrolle, nicht loyal, eher negative Einstellung, mangelnde Teamfähigkeit, Angeber)
  • Man gibt sich als "missverstandenes Genie" (wenig soziale Kompetenz, engstirnige Persönlichkeit, Mangel an Empathie, exozentrisch)
  • Es wird über die bisherigen Aufgaben schlecht geredet (potentiell unzufrieden/unausgeglichen, wenig anpassungsfähig, etwas eingebildet)
  • Es werden vertrauliche Interna von alten Arbeitgebern (incl. Details?) verraten (nicht loyal, nicht vertrauenswürdig)
  • Man schwafelt zusammenhanglos, zu schnell, zu leise, zu laut daher, ist unkonzentriert und schweift ständig ab in Details (kann nicht richtig zuhören, unkonzentriert und fahrig, hat sich nicht unter Kontrolle)


Was war das Schlimmste was Ihnen bisher passiert ist bei der Arbeit?
Glauben Sie dass Sie dem Stress gewachsen sind?

Fehlerpotenial:
  • Man wird blass und erzählt im Detail von schlimmen Fehlern die man gemacht hat / Schwerwiegenden Ausfällen die man verursacht hat und dass man es nicht alleine wieder lösen konnte
  • Man erzählt es wäre einem noch nie ein Fehler unterlaufen

Wie kamen Sie denn mit Ihren Kollegen zurecht?

Fehlerpotential:
  • detailliert über große "Kriege" innerhalb der alten Abteilung berichten und Kollegen / Vorgesetzte mit denen man "unlösbare" Konflikte hatte (Mangel an Konsensfähigkeit, Teamfähigkeit, Anpassungsfähigkeit, Empathie)

..to be continued..
Mitglied: mrtux
10.03.2012 um 15:07 Uhr
Hi !

Ooops, da sind aber ein paar böse Fallen dabei....

mrtux
Bitte warten ..
Mitglied: smartino
10.03.2012 um 15:18 Uhr
Zitat von spacyfreak:

Wie würdest Du antworten?

es kommt nicht darauf an, was ich, oder irgend ein anderer antworten würde. Es kommt darauf an, was Du antwortest und das sollte möglichst authentisch sein, denn:

nehmen wir an, Du wählst die Antworten so, daß Du möglichst glatt, unkompliziert, gefällig und stromlinienförmig wirkst. Aber genau dieser Typ wird jetzt für den Job gar nicht gesucht, weil das Unternehmen für das IT Team eine Frischzellenkur haben will, jemand, der die Thermik in der Abteilung in Schwung bringt. Dann bekommst Du den Job garantiert nicht obwohl Du eigentlich sehr gute Chancen gehabt hättest, wenn Du einfach nur den Mut bewiesen hättest, Kante zu zeigen.

Oder das Unternehmen sucht den glatten Typ, eine möglichst exakte Wiederholung der Typen, die da eh schon rumhocken. Du aber versuchst im Gespräch Profil und Selbstbewusstsein zu zeigen, obwohl Du eigentlich eher ein ruhiger Angepasster bist. Dann bekommst Du den Job nicht, obwohl Du eigentlich paßt.

Auf alle Fälle solltest Du daher ganz frei und ehrlich antworten Denn wenn Du Dich verstellst, fällt das spätestens in der Probezeit auf. Dann besteht die große Gefahr, daß Du in der Probezeit gefeuert wirst und das wäre noch wesentlich schlimmer, als wenn Du durch Schauspielerei den Job bekommst. Andere Möglichkeit: Du schauspielerst lange und so gut, daß Du die Probezeit überstehst, obwohl Du eigentlich gar nicht paßt. Folge: Du bist unzufrieden, schleppst Dich jeden Morgen mit einem unguten Gefühl zur Arbeit.

Gruss, Thomas
Bitte warten ..
Mitglied: 60730
10.03.2012 um 15:21 Uhr
Salve,

naja
die von mrtux angesprochenen "Fallen" sind ja nur die, die dann auf die Antwort kommen...
Ich vermute mal, dir gehts um das Stellengesuche und ja, ich find das vollkommen legitim - man will ja wissen, was da für eine Katze/Kater aus dem Sack schlüpft face-wink

Denn
Was war das Schlimmste was Ihnen bisher passiert ist bei der Arbeit?
Wer ehrlich ist, der hat schonmal nen fetten Bock geschossen und jeder fette Bock sollte bei jedem ein Lichtlein angezündet haben.
Von so "Klassikern" wie image der leeren Partition auf die volle, oder wegen mabushi aufs falsche Pferd gesetzt - hat sicherlich jeder mal irgendwann *duck*

Abe "wie" "ich" antworten würde, das frägst du mal lieber per pn - wenns dich interessiert face-wink - ich geb manchmal so ungern vorlagen für die google fraktion face-wink

Gruß
Bitte warten ..
Mitglied: brammer
10.03.2012 um 16:05 Uhr
Hallo,

ich glaube das ein Vorstellungsgepsräch immer auch ein gewisses Glücksspiel ist.
Wenn keine Sympathie da ist, wenn die "Chemie" nicht stimmt, dann können die Antworten noch so gut und ehrlich sein, dann hat du meistens keine Chance.
Wenn die Chemie Stimt dann kann man die ein oder andere Antwort eher mal vergeigen.

Daher würde ich diese Antworten nicht überbewerten.
Wichtig ist das die Antworten authentisch und nachvollziehbar sind.
Vor allen muss man, wenn man den Job bekommt, den Beweiss antreten das die Antworten glaubhaft und ehrlich waren...
Ansonsten hat sich das mit dem Job mit Ende der Probezeit erledigt.

brammer
Bitte warten ..
Mitglied: spacyfreak
10.03.2012 um 17:58 Uhr
Zu den bisherigen Kommentaren... das sehe ich so....


1. "Authentisch rüberkommen"
Schwätzer, die dick auftragen und sich als Supermann der alles kann und bei dem nie was schiefging darstellen sind nicht authentisch.
Das ist aber auch nur das "andere Extrem" in der möglichen Skala.

"Authentisch rüberkommen" sollte man nicht damit verwechseln dass man alles über sich, seine Schwächen und Misserfolge offenlegt.
Ich denke damit ist gemeint, es zu vermeiden auswendig gelernte pauschale Satzgebilde abzuspulen die keinen Bezug zur eigenen, persönlichen beruflichen Vergangenheit haben.

Authentisch ist es, präzise, konkrete Antworten auf klare Fragen zu geben.
Vermitteln, dass man verstanden hat, was der Fragesteller gefragt hat und nicht herumschwafeln.

Authentisch ist, die Antwort mit einem "Bild" anzureichern, einer tatsächlichen Begebenheit.

Authentisch ist auch, ein wenig nervös zu sein. Wer total gelassen und fast gelangweilt sein Programm abspult ist suspekt.
Kommt aber auf die Stelle an - ein Techniker kann ruhig ein bisschen nervöser sein als ein Geschäftsführungs-Anwärter, denn von dem wird erwartet dass er in jeder Situation cool und souverän bleibt und sich eine "passende" Antwort auf jede Situation aus dem Ärmel kurbelt.



2. "Glatte Antworten"

Die Antworten auf sehr oft in Vorstellungsgesprächen aufkommende Fragen kann man sich vorher in Ruhe überlegen.
Warum soll man unter Anspannung herumstammeln müssen und sich was aus den Fingern saugen - das geht meist schief, man verhaspelt sich und sagt Dinge, die man so nicht sagen würde.
Man schmälert seine Chancen wenn man unvorbereitet ist.

Das hat nichts damit zu tun herumzulügen und Dinge zu erfinden.
Wenn man behauptet man wäre ein Top-As in Datenbanken, hat aber nur am Rande mal Daten in eine Datenbank eingetragen und weiss garnicht was Datenbanken sind - das ist natürlich Käse.

Auch die Firma wird sich dem Bewerber gegenüber ja "positiv" darstellen "...wir haben hier klare Strukturen und alles tip top blahblah.." Pustekuchen. Jede Firma hat interne strukturelle / organisatorische Schwächen.
Der gewiefte Personaler oder Leiter wird jedoch einen Teufel tun das einem Bewerber oder Kunden auf die Nase binden - er ist ja nicht blöd.
Warum sollte also der Bewerber sich blöder anstellen als er muss?
Warum soll nun der Bewerber nicht ebenso taktisch clever verfahren, sondern in einem "vermeintlichen" Anflug von "Ehrlichkeit und Offenheit" den er für "total wichtig" hält, seine finanzielle / berufliche Situation aufs Spiel setzen?
Einem Mädchen in der Disko wird man ja auch nicht erzählen dass man Stinkefüße hat - eventuell findet man eine die diese "Ehrlichkeit" total anziehend findet, in aller Regel geht man nach zu viel "entwaffnender Offenheit" jedoch alleine nach Hause..

3. Vorstellungsgespräch ist "Glücksspiel"

Zunächst mal ist es eine Tatsache, dass der passendste, nicht unbedingt der "beste" Bewerber den Zuschlag bekommt.
Meist ist in der Stellenbeschreibung exakt herauszulesen, was gesucht wird.
Wenn die meisten Anforderungen das sind was man eh schon seit Jahren kann - warum nicht das in den Vordergrund stellen?
Wenn ein Datenbank, Sharepoint und AD Profi gesucht wird, und ich das kann, aber ich noch besser mit Linux Apache Servern umgehen kann, muss ich nicht auf meinen Apache Fachkenntnissen herumreiten, die interessieren in dem Moment nicht.
Andererseits ist es erfahrungsgemäss häufig so dass selbst ein Bewerber, bei dem sich in der Probezeit herausstellt dass seine zuvor gemachten Aussagen nicht ganz koscher waren, dennoch die Probezeit überlebt.
In einen eingestellten Mitarbeiter hat man schliesslich schon Geld investiert, und der Personaler wäre ja ein schlechter "Profiler" wenn er Nieten nicht schon im Vorfeld entlarvt.
Da besteht das latente Risiko dass der Personaler selbst unter Druck gerät und seine Einschätzungskompetenz intern in Frage gestellt wird.
Oft müssen schon gravierende Gründe vorherrschen (wie totale fachliche Inkompetenz, Unzuverlässigkeit..) damit einer in der Probezeit fliegt.

Seinem "Glück" kann man auf die Sprünge helfen, indem man die Todsünden meidet (schlecht über ehem. Kollegen / Vorgesetzte / Firmen reden, sich selber als inkompetentes, hilfloses Häufchen Elend darstellen, die Vorteile der Mitgliedschaft in Betriebsrat/Gewerkschaft verdeutlichen und ähnliche Kalauer) und möglichst genau "rein zufällig" der Firma das anbietet, was grade gesucht wird.
Bitte warten ..
Mitglied: it-frosch
10.03.2012 um 23:08 Uhr
Hallo,

authentisch sein finde ich auch sinnvoll.
Allerdings sollte man sich, je nachdem wo man sich bewirbt, auch entsprechend "verkaufen".
Es gibt Orte da sollte man 20% drauflegen da sie ehe weggestrichen werden und es gibt Orte da ist es wichtig, nichts draufzulegen. face-wink

Wenn man einen Ausrutscher beschreibt so sollte man ihn immer positiv formulieren, oder wie Timo schon schrieb, zeigen was man daraus gelernt hat bzw. wie man die Kuh vom Eis geholt hat.

Man sollte sich das Unternehmen und dessen Kultur auch zuvor genau anschauen sofern das geht.

Todsünden meiden reicht nicht da diese sehr, sehr grobe Schnitzer sind. Viele Gesprächsfallen sind viel subtiler, als dass sie sich einfach beschreiben oder erklären lassen.
Da ist einfach etwas Bauchgefühl wichtig.

grüße vom it-frosch
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Mitglied: nEmEsIs
11.03.2012 um 13:44 Uhr
Hi

Zu solchen Fragen wie wo sehen sie sich in 5 Jahre kann man in meinen Augen nur Lügen ... Oder weiß einer von euch ernsthaft was er in 5 Jahren macht bzw. Ob er noch in der Firma ist (zB insolvenz der Firma, Krankheit etc.)

Und das mit dem beim vorhergehenden Arbeitgeber erkundigen ist ja auch so eine Sache, das im Arbeitszeugnis nix negatives stehen darf, aber dieser dann beim Auskunft einholen negativ über denjenigen spricht und der Bewerber das herausbekommt der vorhergehende Arbeitgeber wegen verläumdung dran ist und der ggf. Zukünftige auch nicht zu 100 % weiß wer die Wahrheit gesagt hat. Und selber ggf. Dadurch sich ins Unrecht bewegt.

Fragen zb. Nach Kinderwunsch usw müssen nicht beantwortet werden, und auch alles andere persönliche nicht.

Wie willst du beurteilen, das beim vorhergehenden Arbeitgeber nicht jeder dem anderen mit dem Messer in den Rücken gestochen hat?? Wenn ich dann Sage das Teamwar schlecht, jeder hat versucht den anderen fertig zu machen usw.
Ist der Jetzt teamfähig oder nicht.

Am besten du willst noch nen Handschriftlichen Lebenslauf um anhand der Buchstaben ein psychologisches Gutachten einholen zu können. Sowas habe ich leider auch schon erlebt .


Mit freundlichen Grüßen Nemesis
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Mitglied: spacyfreak
11.03.2012 um 14:48 Uhr
Es kann ja nicht schaden, sich berufliche Ziele zu setzen, muss ja nicht gleich "Geschäftsführer" sein. Fachliche Weiterentwicklung / Zertifikats-Status kontinuierlich aufbauen wäre eine gute Antwort.
Wenn man keine "Karriere" anstrebt kann man das auch ruhig sagen. Es muss schliesslich auch Techniker geben die das ganze am Laufen halten, wenn alle nur noch "managen" wollen geht ja garnix mehr.

Die Frage mit der Auskunft beim alten Arbeitgeber könnte auch ein "Stresstest" sein. Wird man nervös, hat was zu verbergen?
Ich hatte jedenfalls den Fall konkret 2 mal dass mein alter Arbeitgeber / Vorgesetzter direkt angefragt wurde.

Wenn in der alten Firma tatsächlich so schlechte Stimmung herrschte muss man das natürlich nicht schönlügen, man kann aber sagen dass man nicht auf Streit aus ist und konsensbereit, doch wenn dies im Team partout nicht möglich ist ist es besser sich was anderes zu suchen. Jedenfalls nach Möglichkeit nicht die alten Kollegen / Vorgesetzte schlecht machen und zu arg ins Detail gehen, Formulierungssache.
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Mitglied: frakaci
14.03.2012 um 14:24 Uhr
Hi.

Diese Fragen kommen mir ziemlich bekannt vor face-wink Musste fast identische Fragen im Juli 2011 beantworten.

Mittlerweile denke ich - auch nach Rücksprache mit unserer HR Abteilung - dass das Standardfragen einer modernen HR sind.

Ich kann mich brammer nur anschließen, denn die Entscheidung, ob man den Job bekommt, wird zum Teil auch aus dem Bauch des jeweiligen Entscheidungsträgers getroffen. Wenn die Chemie nicht von Anfang an nicht passt, hilft Alles nichts.

LG,
frakaci
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