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iSCSI Server (Target) mit FreeNAS und Windows XP o. Vista als Clients

Mitglied: aqui
Geschrieben von aqui (Level 5 - IT-Experte)
Erstellt am 08.04.2009, um 10:51:49 Uhr, Permanent-ID: 113485
Dieser Beitrag wurde bisher 18924 mal aufgerufen und gilt als gelöst.
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Dieses Tutorial beschreibt in kurzen Schritten wie ein iSCSI Target (iSCSI Server) mit der populären, freien NAS Lösung FreeNAS zu realisieren ist.
iSCSI ist eine Technik zum Anbinden von Platten oder Container Files über ein IP Netzwerk.

Im Gegensatz zu Windows Shares stellt iSCSI Daten ohne ein Dateisystem als Rohdaten zur Verfügung und funktioniert so komplett unabhängig von einem Dateisystem. Das sogar mit höherem Datendurchsatz, da der gesamte Netzwerk Overhead auf der Netzverbindung wegfällt.
iSCSI verlängert gewissermassen das SCSI Festplattenkabel über das TCP/IP Netzwerk auf dem TCP Port 3260 !

iSCSI kann nützlich sein bei der Anbing von zusätzlichem Plattenplatz an VM Servern, Clients oder es gestattet auch das diskless Booten von z.B. Terminalserver Clients über das Netzwerk.
Manche Anwendungen wie z.B. der MS Medien Server sichern nur auf lokale Platten und können mit iSCSI so auch auf Netzwerkfestplatten sichern.

Installation des FreeNAS Servers:

Die Installation eines NAS Servers mit der FreeNAS Software auf einem PC ist sehr einfach und auch für Laien problemlos zu realisieren.
Grundlage ist eine kombinierte Boot- und Installations CD die man sich von der FreeNAS Webseite
http://www.freenas.org/index.php?lang=de
herunterlädt:
Bzw. der direkte Download URL:
http://www.freenas.org/index.php?option=c ...

Für 32bit Systeme ist die derzeit aktuelle Datei LiveCD 0.686.4 richtig !
Von dem runtergeladenen ISO Image brennt man mit dem CD Brenner seiner Wahl eine Boot CD die die gesamte Installation automatisch übernimmt !
Genaue Details zur Installation verrät das Handbuch, denn es ist nicht Grundlage dieses Tutorials:

http://www.freenas.org/index.php?option=c ...

Die FreeNAS Software ist sehr flexibel und gestattet den Aufbau sowohl eines kleinen NAS zum Spielen und Testen im Hausnetz bis zu einem sehr großen System mit mehreren Platten im RAID Verbund für große Servernetze.
Soll das NAS professionell genutzt werden ist es ratsam die NAS Software auf einem bootbaren USB Stick zu installieren oder einen CF Flashkarten auf IDE Adapter wie diesen hier:
http://www.pearl.de/a-PE3213-1419.shtml?q ...
oder
http://www.reichelt.de/?;ACTION=3;LA=444; ...
zu verwenden.
Die Vorgehensweise ist analog wie im Hotspot-Tutorial beschrieben, da beide Appliances auf FreeBSD basieren.

Vorteil ist, das man damit das Betriebssystem von den NAS Netzplatten trennt und nicht gleichzeitig auf der Netzwerk Festplatte installiert hat.
Sollte diese nämlich ausfallen muss man das NAS mühsam neu installieren.
Nicht so bei einer Installation auf einem bootbaren USB Stick oder einem CF/IDE Adapter. Hier kann die gesamte Hardware ausfallen, man steckt einfach den USB Stick oder den Flash Adapter auf einen neuen Rechner und hat sofort wieder ein lauffähiges NAS mit seiner individuellen Konfiguration aktiv !
Das Installationsmenü der Boot CD bietet alle diese Optionen menügesteuert an.

Ist das NAS so installiert kann man auch das CD Rom Laufwerk wieder ausbauen und das NAS ist einsatzklar im Netz ! Ein eventueller SW Update des NAS erledigt die FreeNAS SW dann zukünftig bequem über das Webinterface wie alle anderen Einstellungen auch !
Zurück zur iSCSI installation:

Einrichtung des iSCSI Targets (Server):

Ist das FreeNAS fertig installiert und gebootet kann man am Konsolenmenü IP Adresse und LAN Interfaces auf seine Belange (IP Netzwerk, Maske, Gateway etc.) einstellen.
Danach ist das NAS einfach über eine Browserverbindung mit IE / Firefox usw. konfigurierbar mit http://<meine.nas.ip> gelangt man einfach dorthin.
Das default login Passwort dazu ist: User: admin, Passwort: freenas

Erste Tests mit einfachen Windows Freigaben (unter Services CIFS/SMB) und z.B. FTP Server kann man jetzt schon machen sofern das NAS auch diese Dienste zusätzlich zu iSCSI im Netzwerk zur Verfügung stellen soll !

Vorab ein paar generelle Bemerkungen zur Einrichtung eines iSCSI Targets:
Es gibt 2 Möglichkeiten ein iSCSI Target einzurichten.
a.) Auf Device (Platten) Basis
b.) Auf Datei Basis

iSCSI Freigaben sind derzeit reine Punkt zu Punkt Anwendungen, können also nicht geshared werden von mehreren Benutzern. Für Server Plattenplatz nimmt man meist ganze Platten oder Raid Arrays um den Speicherplatz auf redundante Plattensysteme im Netz auszulagern.
Hat man mehrere kleine Rechner oder will den iSCSI Dienst nutzen auf einer NAS Platte in Verbindung mit Windows Freigaben (Shares) und/oder dem FTP oder TFTP Dienst, dann muss ein Datei basiertes iSCSI Target zum Einsatz kommen, da ein Platten Device bei FreeNAS derzeit nur als Blockgerät freigegeben werden kann und eine gemeinsame Nutzung mit einem z.B. Windows Share so nicht möglich ist.
Der Schwerpunkt des Tutorials liegt also auf dem Datei basierenden iSCSI Target, das eine universellere Nutzung zulässt allerdings mit kleineren Dateisystemen. Man muss sich hier also entscheiden wass man nutzen will mit welcher Anwendung. Oder...im Zweifelsfall eine weitere Platte ins NAS einbauen !
Als Beispiel wird hier die Test Einrichtung einer 3 GiG dateibasierten Platte beschrieben und deren Anbindung an einen Windows XP oder Vista Client.
Bei einer kompletten Plattenfreigabe als Target ist dann in der Konfig lediglich die Platte anzugeben...mehr nicht. Diese Einrichtung ist also einfacher !
Analog kann man mit Windows 2003 und 2008 ebenso auf diese iSCSI Freigaben zugreifen gleichfalls wenn diese Systeme in einer VM laufen !
Hier die einzelnen Schritte:

1.) Als allererstes muss man eine 3 GiG große Datei anlegen als Containerdatei.
Dazu benutzt man den Shellzugriff auf der Konsole oder schaltet im Service Menü der Weboberfläche den SSH Zugang frei.
Per SSH kann man sich dann mit dem Terminprogramm Putty oder TeraTerm auf das NAS verbinden und sich mit Root Rechten (User: root, Passwort: freenas] einloggen.
Man legt ein Verzeichnis an z.B. iSCSI mit mkdir iSCSI oder erledigt das über den Windows Share Zugriff den man vorher aktivieren muss.
Danach wechselt man mit cd iSCSI in dieses Verzeichnis und erzeugt hier mit:
dd if=/dev/zero of=image1.img bs=1k count=3M
eine 3 GiG Containerdatei. (Bitte Geduld das Erstellen dauert etwas !)
3M steht für 3 Gig, dieser Wert ist variabel und kann nach individueller Anforderung natürlich verändert werden !

2.) Zurück in der Weboberfläche geht man im FreeNAS Konfig Menü nun unter Services -> iSCSI Target
Dort richtet man einem Extend auf diese eben erzeugte Datei ein und das eigentliche Target wie dieser Screenshot zeigt:

2824cfc7b18779087ece9fbebfc2a301-iscsi7.jpg

Den iSCSI Target Namen vergibt FreeNAS selbstständig !
Danach sichert man mit Save and Restart und das iSCSI Target ist sofort aktiv auf dem FreeNAS !

Einrichten des Windows XP oder Vista Clients (iSCSI Initiator):

Für die Anbindung wird der Microsoft "iSCSI Initiator" benötigt, den man bei Vista über das Startmenü Suchfeld findet.
XP hat ihn leider nicht per Default an Bord, Microsoft bietet ihn aber für Windows XP zum kostenlosen Download unter:

http://www.microsoft.com/downloads/detail ...

an.
Nach Installation der SW startet man den iSCSI Initiator und trägt unter Discovery und Add lediglich die lokale IP Adresse des FreeNAS ein

700ff8f0d4fe3d0c469cc54a417c09bb-iscsi2.jpg

Danach wechselt man ins Menü Targets und sollte hier schon automatisch das iSCSI Target des FreeNAS iqn.1994-04.org.netbsd.iscsi-target:target0 sehen mit dem Status "NOT connected" oder "inactive".

cde7b920490b33bf566baa36254964a3-iscsi3.jpg

Hier klickt man nun auf den Button Log On ...

62cd5061b52afc84289c0ec1939882a3-iscsi6.jpg

wählt das Target (grau) und klickt dann einfach OK.
Nun sollte der Status im Menü Target automatisch auf "Connected" wechseln !

Damit ist nun die erfolgreiche Verbindung auf die iSCSI Platte im Netz erfolgt und der Verwendung steht nichts mehr im Wege !!

Es gilt nun nur noch ein Dateisystem unter Windows einzurichten, was ganz einfach und banal, wie bei klassischen Festplatten, über die Windows Systemsteuerung und dann -> Verwaltung -> Computerverwaltung -> Datenträgerverwaltung geschieht.

629d618474cfd5a69a15844f9ee0d0e4-iscsi5.jpg

Die Datenträgerverwaltung merkt jetzt schon automatisch, das es einen neuen Datenträger (DatenträgerX) gibt und bietet die Formatierung automatisch an. Ansonsten erledigt das ein Rechtsklick auf dem neuen Datenträger.
Man formatiert nun als NTFS Volume und weist ein logisches Laufwerk wie z.B. I (wie iSCSI) zu und et voila...
In der Arbeitsplatzübersicht taucht eine weitere Festplatte auf:

735729449c0ba2f72953cdefaeba0946-iscsi4.jpg

Diese Festplatte ist nun voll über das Netzwerk nutzbar mit einer besseren Performance als z.B. ein Windows Share !

Wie man diskless Workstations über das Netz von so einem iSCSI Target bootet beschreibt z.B. das Wiki unter www.etherboot.org
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