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Verwirrung bei SATA-Raid Controllern und PCI-Kompatibilität - was funktioniert?

Mitglied: 15187

15187 (Level 2)

21.12.2007, aktualisiert 26.07.2008, 7277 Aufrufe, 3 Kommentare

Nach dem Einholen von Produktdaten von ASUS, Adaptec, ICP-Vortex und ARECA herrscht Verwirrung. Bitte um Erfahrungsberichte!

Aufgabe: Ein Kunde möchte seinen Server mit einem neuen SATA2-RAID-Controller ausgestattet haben.
Vorgabe: Mainboard ist ein ASUS für P4, 533MHz Bustakt. 5 PCI - Steckplätze
Problem: Herstellerangaben völlig verwirrend. Jetzt ist unklar, was funktioniert und was nicht.

Nach http://de.wikipedia.org/wiki/PCI-X ist mir persönlich eigentlich völlig klar, welche Controller in welchem Slot funktionieren müssen.

Aber ich habe von Adaptec folgende Mail erhalten:
Ich bin der Meinung, daß diese 2420SA Karte in dem ASUS Mainboard vermutlich nicht funktioniert. Die Kernfrage ist, ob die PCI-Slots 3,3V kompatibel sind oder nicht – die Frage hat ASUS bisher nicht beantwortet, oder? Wenn ein Board der PCI Spec v2.2 erfüllt, heisst das nicht, daß automatisch 3,3V und 5V unterstützt werden. Unsere PCI-X Karten sind alle rückwärtskompatibel zu PCI.

Deshalb habe ich Ihnen die PDF Datei zugeschickt, dann können Sie die Antwort selber „nachschauen“ – das Motherboard haben Sie ja in Händen?
An welcher Stelle des 32b PCI-Slots ist die „Kerbe“ bzw Codierung?
Hat einer der PCI-Slots 2 „Kerben“, vorne und hinten? Alles ok, unterstützt 3,3V und 5V
Ist die „Kerbe“ vorne zum Slotblech/Gehäuse hin, dann 3,3V – 2420SA funktioniert
Ist die „Kerbe“ hinten im Slot weg vom Gehäuse, dann reiner 5V PCI-Slot, 2420SA funktioniert nicht ...

"alle rückwärtskompatibel zu PCI" - und warum sollte sie dann NICHT laufen, wie man von Adaptec behauptet?

Für eine Karte von ARECA habe ich folgende Mail erhalten:
Der ARC-1110 ist bei uns schon erfolgreich in einem PCI-Slot gelaufen.
Das Mainboard muss 3.3Volt liefern.

Ein PCI-Slot mit 3,3 Volt - schon klar, aber wozu hat der Controller dann zwei Kerben - er ist damit für 3,3 und 5V ausgelegt...
Ich bin daher der Auffassung, er sollte auch mit 5V funktionieren. Denn wäre er nicht für 5V ausgelegt, dürfte er die Aussparung für die 5V-Kerbe nicht haben. Oder? Wie seht Ihr das?

Hat jemand einen der Controller bei sich in PCI 33MHZ oder 66MHz mit 32Bit und 5V (also einem hundsgewöhnlichen allerwelts-PCI-Steckplatz) erfolgreich am laufen?

Ich möchte Euch gerne um Erfahrungswerte bitten, sofern welche vorliegen.

tc
Mitglied: systemcrash
25.07.2008 um 18:58 Uhr
Haben Sie mittlerweile eine Lösung für ihr Problem gefunden? Ich habe mit 2 Systemen ein ganz ähnliches Problem:

In jedem Falle kann ich ein wenig Licht ins Dunkel bringen, was die Aussage des Supports von Adaptec anbetrifft: Kernaussage war, dass die Adaptec Controller zum reibungslosen Betrieb auf 3,3 Volt Spannung aufsetzen. Fraglich ist also, ob das betreffende Mainboard 3,3 Volt auf den PCI-Slots anbietet. Dies jedoch ist entgegen der Aussage des Supports NICHT grundsätzlich optisch/mechanisch feststellbar:

Von 1995 bis etwa 2004 wurden auf den meisten Mainboards PCI Slots der Spec. PCI 2.1 oder PCI 2.2 verbaut, da diese mechanisch und elektrisch abwärtskompatibel zu älteren PCI-Karten sind, die ausschließlich mit 5 Volt Spannung betrieben werden können. Der Slot selbst verfügt dabei über den erwähnten Steg rechts (auf der dem Slotblech abgewandten Seite).
PCI 2.1: unterstützt 5 Volt, 3,3 Volt Unterstützung ist zusätzlich möglich (je nach Hersteller)
PCI 2.2: unterstützt 5 Volt, 3,3 Volt Unterstützung ist nach NORM zusätzlich vorgeschrieben. Dennoch ist im Einzelfall zu prüfen, ob der Mainboard Hersteller die Spezifikation einhält.
PCI 2.3: unterstützt AUSSCHLIEßLICH 3,3 Volt. Da auch für die PCI 2.3-Spezifikation noch derselbe Slot-Typ verwendet wurde, passen auch ältere 5 Volt Karten noch physikalisch in den Slot (Gefahr der Beschädigung des Slots bei Inbetriebnahme dieser Karten).

PCI 3.0: unterstützt AUSSCHLIEßLICH 3,3 Volt (genormt 2004, wenig verbreitet). Die PCI3.0-Slots haben einen Steg links (Richtung Slotblech), so dass nur noch 3,3V- und Universal-Karten mit der entsprechenden Kerbe eingesteckt werden können.

Ich habe an dieser Stelle auf Busbreite (32 Bit / 64 Bit) und Taktrate (33Mhz / 66 Mhz) verzichtet, da hier in praktisch allen Fällen bei den höherwertigen Karten Abwärtskompatibilität besteht, die jedoch zur entsprechenden Reduzierung der maximalen Übertragungsbandbreite führt. Entscheidend bleibt aber, ob das Mainboard 3,3 Volt auf den Slots liefert (bei PCI 2.1 theoretisch möglich, bei PCI 2.2 grundsätzlich ja, bei PCI 2.3 und PCI 3.0 definitiv zu 100%).

Betrachtung der Karten:

PCI-Karten, die nur über eine einzige Kerbung/Aussparung verfügen, sind je nach Position entweder reine 5 Volt Karten (Aussparung ist im hinteren Bereich) oder reine 3,3 Volt Karten (Aussparung ist im vorderen Abschnitt).

Die meisten heutzutage gängigen PCI-Karten kommen mit beiden Spannungen zurecht und verfügen daher über 2 Aussparungen (vorne und hinten innerhalb ihres 32 Bit-Anschlussbereichs). Als sog. Universalkarten passen sie daher in alle verfügbaren PCI-Steckplätze.

PCI-X-Karten verfügen über eine weitere Aussparung, die den 32 Bit Bereich vom anschließenden verlängerten 64-Bit Anschlussbereich trennt.

Adaptec Controller wie z.B. der 2610SA oder der 2420SA verfügen über alle 3 Aussparungen und passen somit mechanisch auch in alle Slot-Arten. Allerdings überwiegt hier hier die Supportaussage der meisten Hersteller, dass der Slot 3,3 Volt unterstützen muss. Die Aussparungen auf der Karten hängen oft mit der Wahl des Platinenlayouts des jeweiligen Herstellers zusammen. Bei hohen Produktionsmengen wird oft ein möglichst universelles, hochkompatibles Platinenlayout gewählt, das oft für verschiedene Serien Modell steht und somit Kosten in der Produktion einspart. Vom Layout allein auf die Unsterstützung einer bestimmten Spannung zu schließen ist ähnlich wie bei den o.g. Slots auf dem Mainboard kaum möglich.

In diesem Sinne,

DA
Bitte warten ..
Mitglied: 15187
26.07.2008 um 10:24 Uhr
Hallo DA,

vielen Dank für Ihr Posting.

Wir haben uns für einen Controller der Marke ARECA entschieden.

ASUS konnte keine genauen Angaben über die gelieferten Spannungen machen, weshalb wir uns darauf verlassen haben, dass die Kerbe die Spannung markiert. Immerhin handelt es sich um ein hochwertiges Server-Mainboard, weshalb wir uns hier auf die Einhaltung der PCI 2.1 Norm, nach welcher das MB gefertigt wurde, verlassen haben.

Der ARECA-Controller läuft, subjektiv bewertet, "ganz gut". Performance ist mit SATA-Platten dieser Klasse keine zu erwarten, auch das RAID-5 besticht durch den XOR-Rechenaufwand nicht durch besonders hohe Leistung. Die Karte ist ungekühlt, weshalb man davon ausgehen kann, dass hier auf Energiesparen und / oder Effizienz Wert gelegt wurde.

Im Raid-1 Betrieb ist der Betrieb durchweg in Ordnung.

Gruß,
TC
[MCSA:MESSAGING (2003)]
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