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Wer hat Erfahrungen mit Infor (ERP LN) bzw. ai informatics (SAP)?

Frage Off Topic

Mitglied: HSKonnection

HSKonnection (Level 1) - Jetzt verbinden

27.05.2011, aktualisiert 28.05.2011, 18412 Aufrufe, 13 Kommentare

Wir sind auf der Suche nach einer neuen ERP-Lösung. Zurzeit sind als Partner noch Infor und ai informatics im Rennen. Da beide Stärken und Schwächen haben und beide an einigen Stellen auch leichte Bauchschmerzen im Bezug auf Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit usw. hinterlassen, würde ich mich sehr freuen, wenn der eine oder andere seine Erfahrungen mit einem der beiden Partner hier kurz schildern würde...

Hallo zusammen,

wie in der Einleitung schon kurz beschrieben, sind wir auf der Suche nach einem neuen ERP-System. Wir sind ein mittelständisches Unternehmen mit ca. 150 Mitarbeitern in Deutschland. Wir betreiben Entwicklung, Lagerfertigung und klassischen Handel. Im zweiten Schritt wollen wir weitere Standartorte anbinden und konsolidieren. Dabei würde sich die Userzahl noch einmal verdoppeln. Da wir auch Standorte in z.B. Czechen und Russland haben und dort später auch die Finanzbuchhaltung mit den entsprechenden Gesetzen abbilden müssen, fallen leider viele Anbieter raus, die sich auf den Mittelstand spezialisiert haben.

Im Moment sind nur Infor und ia informatics mit SAP noch im Rennen.

Über beide Systeme hört man Gutes und auch Schlechtes.... Jedes System hat für uns auch seine Vor- und Nachteile. Genauso scheinen beide Partner sehr kompetent zu sein, hinterlassen aber beide an der einen oder anderen Stelle Zahnschmerzen....

Aus diesem Grund würde ich mich sehr freuen, wenn der eine oder andere hier mal kurz seine Erfahrungen mit einem der Partner hinterlassen würde. Mich interessiert dabei speziell:
  • wie haben sich die tatsächlichen Kosten zu den angebotenen Kosten verhalten
  • wurden alle Versprechen eingehalten
  • wie kompetent waren die Partner beim Lösen von Problemen
  • wurde der geplante Zeitrahmen eingehalten
  • gab es besondere Probleme in der Projektphase
  • wie zufriedenstellend ist das End-Ergebnis
  • wie sieht es mit laufenden Kosten aus

Da es sich hier um Infos handelt, die man eventuell nicht unbedingt, in einem Forum veröffentlichen möchte, nehme ich gerne die Infos auch als privat Nachricht entgegen. Ich würde die Antworten dann kurz anonym zusammenfassen und hier für die Allgemeinheit veröffentlichen.

Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen
Tim
Mitglied: clSchak
28.05.2011 um 07:35 Uhr
Zu den Anbietern direkt kann ich nichts sagen - wir haben hier MS Dynamics NAV 2009 im letzten Jahr eingeführt (erfolgreich - daher aber das ganze Projekt noch recht "frisch ist" schreibe ich mal was

SAP würde ich persönlich nicht nehmen, die laufenden Kosten und das Lizenz-Modell sind einfach ###, die Jährlichen Kosten belaufen sich auf mehr wie 20% der Auftragssumme und die Benutzer werden anhand des Namens Lizenzsiert (und auch nachlizensiert!), bei NAV wird danach lizensiert wieviele User zur gleichen Zeit am System arbeiten sollen, egal welchen Benuzernamen der hat, die Kosten pro Lizenz sind nahezu identisch, nur das z.B. SAP auch unterscheided im Lizenzmodell wieiviel der Nutzer machen darf und wieviel nicht - was sich auch in den Kosten wiederspiegelt - wenn du keine Überaschung nach einem Jahr haben willst und plötzlich einige User, die "nur mal eben schauen" nachkaufen musst würde ich die Finger von SAP lassen .

Wir haben bei uns NAV genommen weil es wohl mit die beste Benutzerakzeptanz hat (ist halt vom Layout wie Office 2007/2010) und die Schnittstellen zur Office-Welt und Sharepoint direkt vorhanden sind, die Projektkosten sind in dem Rahmen geblieben wie es angesetzt war: 450.000 EUR waren geplant, angeboten durch den ERP Anbieter waren: 195.000 EUR -> Real: 305.000 EUR (sind dann doch mehr Sachen angepasst worden wie vorher angenommen - daher ja nachher jede Abteilung ein bisschen beim Chef rumgebohrt hat und der die meisten Sachen dann auch freigegeben hat).

Mit unserem Anbieter hatten wir an sich keine Probleme, klar es gibt immer ein paar umstimmigkeiten, die sind aber meistens wegen "ey das war aber mit im Preis drinn" oder "ok wir zahlen das" - aber nicht vom können und der Fachkenntniss her, wir können nach wie vor noch jetzt alle Personen die darin Involviert waren erreichen und die stehen nach wie vor für Fragen usw. zur Verfügung.

Und egal ob ihr euch für SAP, NAV oder was auch immer entscheided, sucht euch einen Programmierer für die ERP - die meistens Anpassungen kommen eh nach der Einführung weil den Leuten dann erst die meisten sachen auffallen die sie im täglichen Geschäft brauchen, auch wenn es nur Berichte sind.

Und zu dem Zeitrahmen, den sollte jeder ERP Anbieter schaffen, meistens wird es an der eigenen Firma, wenn, scheitern, weil benötigte Informationen nicht rechtzeitig geliefert wurden, man auf Daten warten muss oder evtl. noch neuen Hardware beschafft werden muss. Des weiteren liefert auch MS für NAV alle Module um im Ausland die Software einsetzen zu können (wir haben atm Spanien und Italien die angenbunden werden, wobei auf dauer wohl auch die USA und ein paar weitere Länder eingebunden werden).

Ich kann dir gerne die Kontaktdaten unseres NAV Anbieters zukommen lassen, aber nur per PM (sind ja keine Werbeagentur hier).
Bitte warten ..
Mitglied: Roger1
30.05.2011 um 21:37 Uhr
Hallo,

wir sind ein mittelständischer Fertigungsbetrieb mit hochvarianten Erzeugnissen. Vor ca. 4 Jahren haben wir uns für Infor ERP LN entschieden. Bei der Systemauswahl hat uns Trovarit gut beraten und unterstützt. Nach einer kurzen und heftigen Projektlaufzeit von 3 Monaten waren wir in der Lage, über den Produktkonfigurator Aufträge zu konfigurieren, projektbezogene Stücklisten aufzulösen und Bestelldaten für die Produktion und die externen Lieferanten zu erzeugen. Auch die Integration zur Buchhaltung war verfügbar, aber noch nicht optimal. Das System war entlang der logistischen Kette durchgängig einsetzbar. Die Kernfunktionen waren gegeben, aber noch nicht optimiert. Nach einer einjährigen Stabilisierungsphase haben wir das System weiter ausgebaut. Z.B. den Kundendienst und unsere Händler mit Hilfe der Webapplikation eSales und eServices zum Ersatzteilverkauf und den Garantieabwicklungen eingebunden. Die Implementierung des Grafischen Produktkonfigurators steht bevor. Die Systemstabilität ist erstaunlich hoch, unter Beachtung der Komplexität, mit der wir das System nutzen. Systemauswertungen, die über den Standard hinausgehen, lassen wir nicht direkt in LN vornehmen. Hierzu haben wir Cognos gekauft und eigene Mitarbeiter zur Reportgenerierung ausgebildet. So - das vorweg - nun zur Beantwortung der Fragen:

- Das von Infor veranschlagte und hart verhandelte Budget war realistisch.
- Die Versprechen wurden eingefordert und eingehalten.
- Die Kompetenz der Projektteammitglieder seitens Infor war gegeben. Dass das kein Zufall war, haben wir uns bei der Systemauswahl die designierten Teammitglieder (und vor allem den Projektleiter) sehr genau angesehen und unsere Anforderungen klar gemacht. Mit dem Team lebt und stirbt das Projekt.
- Der ambitionierte Zeitrahmen von 3 Monaten, von Null auf Bestellen, wurde eingehalten, trotz einiger Anpassungen im Vertriebsbereich und der Gestaltung eines Produktkonfigurators für 3 Produktbaureihen.
- Kommt darauf an, was unter Problemen zu verstehen ist. Wir hatten permanenten Zeitdruck, das war unser größtes, hausgemachtes Problem. Auch die Integration zur Buchhaltung hat uns öfters beraterbedingt Kopfschmerzen bereitet.
- Das Endergebnis kann sich sehen lassen. In 3 Monaten ein lauffähiges System vorliegen zu haben ist Zeugnis genug. Wir haben uns bewusst sehr nahe am vorgegebenen System-Standard bewegt, und das war gut so.
- Die lieben Kosten. Geschenkt wird nichts. Insbesondere Anpassungen fallen ins Gewicht, es sei denn man verzichtet darauf. Wir haben uns für einen Rahmenvertrag entschieden und uns somit ein Beraterkontingent bis heute gesichert. Das hat sich insbesondere in der Stabilisierungsphase als gut erwiesen. So stand und steht uns der damalige Projektleiter seitens Infor weiterhin zur Verfügung. Und der ist wirklich gut.

Ich hoffe, dass meine Ausführungen brauchbare sind. Mit ai informatics hatte ich noch nie etwas zu tun. Mit SAP schon

Viele Grüße
Michael
Bitte warten ..
Mitglied: ulrich.fuchs
09.06.2011 um 09:18 Uhr
Hallo Tim,

Ich muss mich erstmal als "Partei" outen, ich bin selbstständiger Berater (Freelancer) für die ERP-LN-Produktschiene von Infor, hab mit Infor sonst aber keinerlei Verbandelung. Ich hoffe, trotzdem mal ein paar realistische Hinweise zu dieser Software geben zu können.

1) Grundsätzliches

Ich kann ERP LN guten Gewissens empfehlen (nicht nur, weil ich damit mein Geld verdiene). Sie hat ihre Macken, wie jede Software, aber im großen und ganzen ist Infor da ein ganz passabler Wurf gelungen. In dieser Größenordnung (Infor, SAP etc.) muss man mit Komplexität (der Software, der Prozesse, der Projektabwicklung etc.) rechnen, aber das ist bei SAP nicht anders. Macht man das, findet man in ERP LN sehr viele Bausteine, mit denen sich die Komplexität handhaben lässt.

Kleiner Tipp am Rande: Der ERP-Hersteller Godesys hat einen ganz munteren ERP-Knigge als Werbegag, runterladbar unter http://www.godesys.de/services/erp-knigge/
Das ist nicht speziell auf deren Software gemünzt, und passt auch für ERP-LN-Projekte ganz gut. Für jemanden, der ein ERP-Projekt vor der Brust hat, ne ganz empfehlenswerte Lektüre, weil er mal aus Anbietersicht auf die gut gemeinten, aber letztlich fruchtlosen Ansätze hinweist, mit denen Anwender solche Projekte angehen.

Der wichtigste Punkt bei ERP LN (und ich vermute mal, bei SAP auch): Die Geschäftsführung muss dahinterstehen, und es muss unternehmensweit als Organisations-, nicht als IT-Projekt gemanaged werden. Wenn das nicht klar ist (Geschäftsführer: "Software soll exakt das können, was wir heute machen, und zwar so, wie wirs heute machen, und ansonsten lasst mich damit in Ruhe"), ist das Projekt fast schon zum Scheitern verurteilt.

Ein zweiter Tipp: Nicht alles mit ERP LN machen, nur weil es "geht". Das System muss für das Anwenderunternehmen beherrschbar bleiben. Berater neigen dazu, die ganzen tollen Features der Software unbedingt einsetzen zu wollen. Manchmal kann das Overkill sein und eine Anpassung deutlich geschickter.

2) Projektlaufzeit

Die wird üblicherweise massiv unterschätzt, in der Regel gehen die meisten LN-Projekte in die Verlängerung, weil die Kunden unrealistische Vorstellungen haben und die Verkäufer wenig geneigt sind, diese falschen Erwartungen richtig zu stellen. DAnn werden kurze Projektlaufzeiten verkauft, und in den Projekten bringen die Berater dann die Kunden dazu, von sich aus den Livetermin zu verschieben. Das geht in Deutschland meist auch relativ schmerzfrei über die Bühne, ist aber trotzdem jedesmal ein bisschen frustrierend. Eine Projektlaufzeit von drei Monaten wie in dem hier schon geposteten Erfahrungsbericht ist die deutliche Ausnahme. Da muss die Software wirklich passen wie die Faust auf's Auge. Realistisch sind Zeiten zwischen einem dreiviertel Jahr und anderthalb Jahren. Und in der Zeit sitzt man nicht faul rum. Das liegt nicht unbedingt an der Software, sondern daran, dass man erfahrungsgemäß bei ERP-Projekten mit LN versucht, auch ein paar strukturelle/Ablaufprobleme im Unternehmen über die Software besser in den Griff zu bekommen. Und dazu müssen Abläufe besprochen werden, Entscheidungen getroffen werden etc. Dann ist der oder die, den man braucht, drei Wochen im Urlaub. Etc. Das dauert einfach.

3) Passt die Software?

ERP LN ist ziemlich adaptiv, passt also auf die meisten Produktionsumgebungen. Man merkt der Software aber an, dass sie ihre Stärken im logistischen Bereich hat (Auftragsabwicklung, Materialplanung, Produktionsplanung etc.). Wenn das Anwenderunternehmen in seiner Kultur massiv von der Finanzbuchhaltung und vom Controlling geprägt wird, hat man mit ERP LN ein paar harte Kämpfe auszufechten. Da geht in SAP wohl manches besser und näher an typischen Prozessen deutscher Fibu-/Controlling-Abteilungen.

Wie die Faust aufs Auge passt ERP LN eigentlich für den Serienfertiger, da hat man mit der Fibu/Controlling eigentlich auch kaum Probleme. Je mehr es in Richtung Einzelfertigung geht, um so schwieriger wird es meiner Erfahrung nach. Das liegt aber nicht unbedingt an der Software (die hat ausgezeichnete Unterstützung für Einzelfertiger, zumindest in der operativen Abwicklung, Fibumäßig gibts ein paar kleinere Lücken), sondern daran, dass beim Einzelfertiger in den Geschäftsprozessen deutlich mehr Sonderfälle vorzufinden sind, die man im Projekt alle erkennen, bewerten, und durch irgendwelche Konzepte in der Software abbilden muss. Das geht meist alles ganz gut, dauert aber einfach. Deinen Angaben nach würde ich Euch eher unter Serienfertiger einordnen, also solltet ihr vermutlich wenig Probleme haben.

4) Passt das Softwarehaus?

Ich weiß nicht, wer bei Euch Infor anbietet? Infor selber, oder ein Partner? Man kann so ein Projekt mit beiden machen. Infor hat den Vorteil, dass man direkt mit dem Softwarehersteller zu tun hat. Ein Partner den Vorteil, dass er kleiner und ein bisschen flexibler ist (bei Infor selbst läuft vieles sehr formal, die sind halt ein ziemlich großer Konzern), man hat aber eben immer den Partner zwischen sich und der Firma, die zur Not einen Softwarefehler bereinigen muss.

5) Berater

Sind in der ERP LN-Welt von gemischter, aber eher gehobener Qualität. Es laufen viele sehr gute Jungs und Mädels rum, und halt ein paar, die noch ein bisschen lernen müssen. Menschen sind wir alle, und die Software ist groß. Mein Rat an die Kunden: Nicht gleich verzweifeln, wenn ein Berater mal was nicht weiß, eine Funktion nicht kennt, oder sich verrennt. Das kommt vor, die Software ist so groß, dass sie nicht mehr komplett in allen Details von einer Person überschaut werden kann. Üblicherweise sind wir Berater aber ganz gut vernetzt und holen uns auch schonmal bei Kollegen Rat. Die "Baan-Welt" ist in Deutschland recht überschaubar, man trifft immer wieder die gleichen Gesichter, das ist ein ziemlicher Unterschied zur SAP-Welt.

6) Verkäufer und Erwartungen

Verkäufer versprechen viel. Bzw. sie sind geübt darin, den potentiellen Kunden in seinem guten Glauben zu lassen. Da tun sich Infor- und SAP-Verkäufer nix, dafür werden sie bezahlt. Im Projekt sind dann manchmal die Erwartungen des Kunden an das, was die Software kann, zu hoch. In der Regel gehen 90% von dem, was sich der Kunde erwartet. Die übrigen 10% kann die Software nicht. Der Kunde geht davon aus, dass man ihm gesagt hätte, dass das geht. Hat man in der Regel nicht (so dumm sind die Verkäufer auch nicht). Da muss man sich (als Kunde und Berater) zusammenraufen, und ne praktikable Lösung finden. Üblicherweise sind diese Problemchen dergestalt, dass zwar logistisch alles prima ist, aber die Buchhaltung zu wenig Zahlenmaterial aus den Prozessen erhält (besonders in Multisiteumgebungen und bei "intensiven" Controllern). Oder dass Prozesse im Prinzip funktionieren, aber so aufwändig für die Anwender sind, dass man sie denen realistischerweise nicht zumuten kann. Dritter kritischer Punkt sind komplexe Multisite-Szenarien (mehrere Produktionsstandorte in mehreren Ländern), hier geht zwar viel und deutlich mehr als mit manch anderer Software, aber da haben sich Firmen in den letzten Jahren so komplizierte Konstrukte einfallen lassen, dass es echt manchmal schwierig wird. Aber wie gesagt, in der Regel finden sich Lösungen. Man sollte sich nur klar drüber sein, dass das im Projekt auf einen zukommt. .

Nicht erwarten kann man, dass Infor die Standardsoftware so schnell ändert, dass das für das eigene Projekt was bringt (dazu muss man "Boing" heißen)

6) Softwarefehler

Drauf einstellen, dass es welche geben wird! Bei Infor gibt es ein ziemlich gut kontrolliertes Verfahren, wie Software-Patches ausgeliefert werden. Wenn man das sauber in die IT-Prozesse einspielt, kann man mit diesen Fehlern als IT-Abteilung umgehen. Grundsätzlich gilt in ERP-LN-Projekten: Man muss Infor bzw. den Partner nach dem Melden eines Fehlers "treiben", da passiert leider noch immer zu wenig Fortschritt, wenn man nicht konsequent nachhakt.

7) Beim Kauf beachten:

Wenn man ERP-LN kauft, unbedingt ein bis zwei Lizenzen für die Entwickungsumgebung ("Tools-Lizenz", offiziell: "Application Studio") mitkaufen. Anpassungen (und sei es nur in der Form von Addons ohne Veränderung des Standards) gibt es eigentlich in jedem Projekt. Die sollten aus diversen Gründen aber immer auf dem Kundensystem selbst entwickelt werden und dort gepflegt (sprich: kompiliert) werden können. Anpassungen vom Partner/Infor entwickeln zu lassen und auf dem eigenen System einzuspielen, verursacht extremen Aufwand beim Einspielen von Patches, weil der Patchlevel-Stand auf so einem externen Entwicklunsgsystem meist ein anderer ist als auf dem Produktivsystem vorzufinden ist. Davon kann ich nur abraten. Eine Entwicklungslizenz kostet im Vergleich zum Gesamtprojekt nur Peanuts, zahlt sich langfristig in jedem Fall aus.

Dann wäre da noch die Frage des Sourcecodes. Es ist Verhandlungssache, ob man den bekommt oder nicht, und wenn ja, für welchen Preis. Infor ist da momentan wieder sehr restriktiv. Ich empfehle, den Sourcecode von Anfang an mitzuverhandeln. "Droht" man mit SAP, hat man vielleicht ganz gute Karten. Wenn man ihn erst nach Abschluss des Lizenzvertrages haben will, sind die Chancen dafür erfahrungsgemäß bei exakt Null komma Null. Vorher hängt es ein bisschen von der Anzahl der Lizenzen ab. Warum man Sourcecode haben möchte (selbst wenn man keine Anpassungen machen will), habe ich mal in meinem Blog hier aufgelistet: http://sofcab.blogspot.com/2010/02/warum-sourcecode.html

Drittens: Auswertetechnisch (fürs "Business Reporting") bietet ERP LN wenig Möglichkeiten, hier sollte man auf eine andere Software zurückgreifen. Infor hat da selbst was im Programm, es gibt aber auch ne Reihe anderer und für kleinere Unternehmen vielleicht praktikablere Lösungen.

So, ich hoffe das hilft mal ein bisschen weiter. Eine gute Anlaufstelle für ERP LN im Netz (die einzige eigentlich) ist übrigens noch www.baanboard.com, dort gibt es auch ein deutsches Unterforum.
Ansonsten auch gerne mal anrufen oder anmailen, Kontaktdaten finden sich unter http://www.ulrich-fuchs.de

Viel Erfolg beim ERP-Projekt!
Uli
Bitte warten ..
Mitglied: viking
28.06.2011 um 13:50 Uhr
Hallo Tim,

schön dass ich nun auch mal eine Antwort schreiben kann.


zu Infor LN kann ich Dir wenig sagen, da ich mich bei Infor lediglich mit der Suite Infor.Com seit Jahren auseinandersetze. Das habe ich auch schon als IT Leiter in einem Unternehmen eingeführt.

Der Beitrag von ULI bezieht sich wohl aber nicht auf das in Deiner Frage gestellte Produkt.
Den Meinungen der anderen Kommentare, vor allem von Uli kann ich mich anschließen.
Wenn Du grundsätzlich von Infor sprichst, dann kannst Du das nicht mit SAP vergleichen.
Infor hat sich in kurzen Zügen folgendermaßen entwickelt.
Es gab mal eine Softwarehaus aus dem Saarland mit dem Namen Infor, welches in 2000 vor dem Börsencrash über 1000 Mitarbeiter hatte.
Diese hatten unter anderem ein ERP System für die Fertigungsunternehmen mit der Zielrichtung klein- Mittelstand, also ca. ab 80 MA bis 500 MA.
Diese Unternehmen wurde Ende 2003 von einer amerikanischen Gesellschaft Namens "Agilisys" übernommen, wie Stand 2005 ca. weitere 80 ERP Systeme Weltweit.
Agilisys hat sich dann später in Infor Business Solutions umbenannt und weiter ERP Systeme geschluckt, unter anderem BAAN.
Baan war ein niederländischer Hersteller von Standardsoftware zum Enterprise Resource Planning und der Name der entsprechenden Softwarelösung. Das Unternehmen Baan existiert nicht mehr, es wurde von SSA Global übernommen, welches im August 2006 von Infor Global Solutions übernommen wurde. Die Softwarelösung Baan existiert als ERP-Lösung unter dem Namen Infor ERP LN im Produktportfolio der Infor weiter.
BAAN Selbst war für Großunternhemen konzipiert, als als Konkurrenz zum großen SAP.
Bei SAP gibts ja auch ne abgespeckte kleinere Version.

INFOR LN würde ich als zu groß ansehen, wohl doch eher Infor .Com. da ihr schätzungsweise nur ca. 60 ERP User haben werdet.
SAP, dass zieht zwangsweise teures Customizing nach sich und ihr müßt selbst schon wissen wie industreille Porzesse laufen und intern einen erfahrenen Projektleiter haben, sonst wirds sehr teuer.
Außerdem ist eine Stammdatenaufbereitung das aller-aller-aller wichtigste!

Wenn Du konkrete Fragen zu den ERP Produkten hast, musst Du bitte die genaue Version oder Beschreibung angeben, weil es eben bei den Softwarehäusern Infor und SAP unterschiedliche Suiten gibt, ...


Wichtig wäre für mich an eurer Stelle, dass ihr euch in dem Zuge der ERP Auswahl auch noch nach einer passenden DMS - ECM Anbindung und Schnittstelle umseht.
DMS - ECM System gewinnen immer mehr an Bedeutung und bieten enorme Potentiale.
Infor.Com hat eine perfekte DMS Anbindung zu d3, der d.velop AG (Schnittstelle der Berke GmbH)

Wenn Du dich über die Infor.Com Variante informieren möchtest, so empfehle ich Dir dringend Kontakt zum Infor Anwenderverein aufzunehmen.
Den googlest Du unter "Infor Anwenderverein"
Das ist ein Verein von ca. 350 Infor.Com Mitgliedern (Kunden) die Dir sicher wertvollen Input für das Produkt im Auswahlprozess geben können.
Da kannst Du auch einen im Vorfeld besuchen, ...

Ich hoffe mein Input hilft Dir weiter.
Wenn Du mehr Infos benötigst, dann lass es mich wissen.

Gruß viking
Bitte warten ..
Mitglied: ulrich.fuchs
28.06.2011 um 14:11 Uhr
Doch, ich bezog mich auf ERP LN, und ERP LN (also, die "Baan"-Produktschiene, nicht Infor.com) ist ganz oben in der Thread-Überschrift angegeben Dass Baan für Großunternehmen analog zu SAP konzipiert ist, würde ich so übrigens nicht unterschreiben, Baan ist auch aus dem Mittelstand heraus gewachsen, bedient ein paar große Installationen, aber in den richtig dicken Umgebungen (tausende User) skaliert SAP wohl immer noch deutlich besser.
Bitte warten ..
Mitglied: viking
28.06.2011 um 14:32 Uhr
Ok sorry, dann vergiss meine Ausführungen, ... und viel Erfolg bei der Auswahl und Einfürung.
Wäre nur noch interessant für was Ihr Euch entscheidet oder entscheiden habt.
Die Geschichte zu BAAN und aus dem Mittelstand gewachsen ist sicher richtig.
Bei, bzw. vor deren Untergang versuchten Sie sich mit Ihrem Produkt in die Größenordnung von SAP zu bewegen.
Aber mir scheinst Du kennst Dich schon ein wenig aus und da ist mir dann nicht Bange.

Frage:
Wollte Ihr dann ein System mit merhreren Buchungskreisen, und Sprachen, Belegen, Gesetzen, Steuern, Lägern, ... usw. und das wegen der Konsolidierung des Finzanz und Rechnungswesens?

Gruß viking
Bitte warten ..
Mitglied: HSKonnection
28.06.2011 um 23:48 Uhr
Hallo zusammen,

schon mal vielen Dank für die vielen Tipps und den ausführlichen Beschreibungen.

Viking hat mit seiner letzten Frage den Nagel, zu mindest aus der Finanzsicht, auf den Kopf getroffen. (Gibt natürlich noch viele andere Gründe) Das ist aber auch, wegen der benötigten Länderversionen, der Grund, warum die meisten Anbieter durch das Netz gefallen sind und nur die Ganzgroßen übriggeblieben sind.

Sobald ich konkretes Erfahrungen melde ich mich spätestens wieder.

Gruß
Tim
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Mitglied: SAPadmin
12.09.2011 um 13:45 Uhr
Hallo,

habe leider erst jetzt deine Anfrage gesehen. Wie weit seit ihr mit Infor?
Ansonsten könnte ich dir schon helfen.

mfg
Ingo Barkau
Bitte warten ..
Mitglied: rtheile
27.03.2013 um 14:30 Uhr
Hallo Tim,
es wäre interessant zu wissen was es nun geworden ist und da der Thread ja nun schon ne Weile her ist wie eure Erfahrungen sind.
Wir fangen gerade an Infor LN einzuführen und sind gespannt.
Meine Frage zu LN wäre :
Auf was für Hardware läuft das System mit welchen Modulen?
Nutzt ihr Virtualisierung?
Wir haben die Aussage von Infor, dass die LN Module alle ohne Hyperthreading laufen müssten, so das beim Sizing für Virtualisierung richtig dicke Kisten rauskamen.
Kann dazu jemand was sagen?

Danke Ron
Bitte warten ..
Mitglied: HSKonnection
27.03.2013 um 22:14 Uhr
Hallo Ron,

leider kann ich dir nicht viel zu Infor sagen, da wir uns letzten Endes für SAP entschieden haben. Bis heute habe ich auch noch keinen getroffen, der der Meinung war, dass Infor die bessere Entscheidung gewesen wäre. Im Gegenteil, ich habe sogar ehemalige Infor-Berater getroffen, die uns beschädigten, dass es die richtige Wahl war SAP zu nutzen. Natürlich hat auch SAP seine Schwachstellen und hat uns vor einige Probleme gestellt, aber im Großen und Ganzen sind wir ziemlich zufrieden. Es wird aber sicher noch eine Weile dauern, bis wir das gesamte Potential von SAP nutzen können.

Mit freundlichen Grüßen
Tim
Bitte warten ..
Mitglied: viking
27.03.2013 um 22:48 Uhr
Hallo Ron,

ich würde Dir sehr empfehlen dem Anwenderverein beizutreten.

http://www.infor-erp-user.com/
Das ist der Anwenderverein für Infor LN.
Da kannst Du sicher jede Menge Infos bekommen, erhälts Kontakte zu Kunden die Infor LN einsetzen.
Kostet zwar was, aber das sollte es auf alle Fälle Wert sein.
Auf die Treffen solltest Du auch gehen, da sich dort in der Regel viele Admins und IT- Leiter treffen.

Viele Grüße und viel Erfolg!

Gruß viking
Bitte warten ..
Mitglied: wolfbua
19.09.2013 um 11:07 Uhr
Guten Tag,
ich würde gerne bei diesem Thema einsteigen:

und zwar hätte ich ein Infor Problem, und vielleicht kann mir hierbei einer von euch helfen:

Seit kurzer Zeit kann kein Client mehr ins Infor einsteigen,
am Server läuft das Programm ganz normal.

Ich bekomme die Meldung: Initialisierung fehlgeschlagen: Unable to connect to Request Broker!

Nutze das System nur noch um alte Daten auszulesen und zu suchen!
ist nicht mehr das Produktive System!

danke im voraus
Bitte warten ..
Mitglied: urpils
30.09.2013 um 11:26 Uhr
Hallo Wolfbua,

besteht dieses Problem noch? Ich kann evtl. helfen. Habe 5 Jahre als techn. Berater für infor gearbeitet und habe Erfahrung mit dem Request Broker.

Einfach PN schreiben...

Gruß
Bitte warten ..
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