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gibt es langsame twisted pair kabel?

Frage Netzwerke LAN, WAN, Wireless

Mitglied: ulrik

ulrik (Level 1) - Jetzt verbinden

11.03.2005, aktualisiert 17.03.2005, 5242 Aufrufe, 8 Kommentare

hallo leute,

ich habe ein problem. in unserem netzwerk verwende ich ein selbst gecrimptes twisted pair kabel (leitungen alle 1zu1, also patch nicht cross over). es besteht zwar verbindung ins internet, aber nur sehr langsam. pinge ich den rechner an ist alles normal. benutze ich hingegen ein fertig konfektioniertes kabel so funktioniert das internet mit richtiger geschwindigkeit, bei gleichen einstellungen, wie mit dem anderen kabel.

woran kann das liegen?

danke
viele grüße
Mitglied: leknilk0815
11.03.2005 um 17:58 Uhr
Crimpen will gelernt sein, wenn das Kabel kurz (2-3m) ist, ist es nahezu egal, ob die Adern verdrillt, geflochten oder verknotet sind, es wird funktionieren, zumal man bei DSL noch nicht von "Geschwindigkeit" reden kann. Also - üben!
Gruß - Toni
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Mitglied: ulrik
11.03.2005 um 22:42 Uhr
schon klar, dass crimpen gelernt sein will. ist ja auch nicht das erste kabel, dass ich crimpe. merkwürdig finde ich nur, dass das kabel sozusagen halb funktioniert. ich hätte gedacht, dass ein gecrimptes kabel entweder funktioniert oder eben nicht funktioniert. und mit nicht funktionieren meine ich nicht langsame verbindung in netzt, sondern es wird "keine verbindung" oder so etwas angezeigt. die reihenfolge der drähte ist richtig, die zange lässt sich nicht weiter zusammendrücken (stecker passt ja auch in die dose) und alle kabel liegen so weit ich es beurteilen kann bis vorne am stecker an.

gibt es noch etwas worauf man beim crimpen achten sollte, was die ursache für mein problem sein kann?

schöne grüße
ulrik
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Mitglied: leknilk0815
12.03.2005 um 11:44 Uhr
Hi,
beim crimpen werden die Adern in eine Art Messerschere gepresst, was das abisolieren erspart. Wenn eine Ader vor dem quetschen nicht exakt an ihrem Platz lag, kann es vorkommen, daß zwar kein elektrischer Kontakt besteht, aber durch "Übersprechen" eine kapazitive Verbindung besteht (läßt sich durch Messung der einzelnen Adern mit einem Ohm- Meter leicht feststellen). Dadurch werden dann Teile übertragen, aber eben nicht zuverlässig und nicht alles, was zu permanenten Paketneuanforderungen und letztlich zu keinem Ergebnis führt. Fazit: Wegwerfen und auf ein Neues!
Gruß - Toni
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Mitglied: 10864
15.03.2005 um 21:44 Uhr
utp (twisted pair) kabel müssen bestimmten spezifikationen gerecht werden, sofern sie ein TIA/EIA-568-Zertifikat haben, Dabei werden die Kabel auf eine Reihe von Störungen getestet.
Wenn das Ende eines Netzwerkkabels nicht ordnungsgemäß abgeschlossen ist bzw. die Adernpaare zu viel entdrillt sind, kann es zu fehlerhaften übertragungen aufgrund von nebensprechen oder dämpfung kommen. -> dabei müssen dann die pakete neu angefordert werden und das verringert den durchsatz
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Mitglied: leknilk0815
16.03.2005 um 08:45 Uhr
@10864
Die Specs legen in erster Linie fest, bei welcher Kabellänge welche max. Dämpfung auftreten darf. Die Dämpfung entsteht wiederum durch parasitäre Induktivitäten und Kapazitäten, welchen durch verdrillen der Adern unter Einbeziehung der zu übertragenden Frequenz entgegengewirkt wird. Mit der Leitungslänge erhöhen sich diese Störeinflüsse, daher ist in den Specs auch diese festgelegt. Das heiß aber auch im Umkehrschluss, das diese Einflüsse mit sinkender Länge geringer werden, d. h. bei Länge 0 ist auch die Störung 0! Deshalb ist es bei einer GERINGEN Länge einfach WURSCHT bis vernachlässigbar (wohlgemerkt in Heimbereich!!)!
Gruß - Toni
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Mitglied: 10864
16.03.2005 um 16:30 Uhr
Das stimmt schon, aber UDP-Dienste wie TFTP neigen dann dazu fehlerhafte Ergebnisse zu liefern. Immerhin ist UDP verbindungsorientiert, im Gegensatz zu TCP/IP, das verbindungslos ist.
Dh UDP übernimmt keine eigene Fehlerkorrektur und Reihung der ankommenden Pakete. Wenn das Kabel dann, trotz kurzer Länge, entsprechend Fehler liefert, kann dies zu ziemlichen Problemen führen. Auch im Heimbereich. Stell dir vor du würdest Backups übers Netz machen mittels TFTP (da keine Authentifizierung notwendig und mangels Fehlerprüfung schneller), dann könntest du auch gleich keine machen.

Die Frage war im eigentlichen ja ob es langsame Kabel gibt, nein es gibt nur fehlerhafte/schlecht geschirmte Kabel und langsame NICs.

Mit freundlichen Grüßen flo
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Mitglied: leknilk0815
16.03.2005 um 17:49 Uhr
keine Angst, auch UDP geht nicht so einfach verloren, da eine Verbindungs- Überprüfung schon auf weit niedrigerer Ebene im OSI Schichtenmodell erfolgt. Es ist also keineswegs so, daß UDP aufgrund eines schlechten Kabels die Daten ins Nirwana schickt...
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Mitglied: 10864
17.03.2005 um 19:08 Uhr
das war mir schon klar, ich wollte nur darauf hinaus dass die Anwendungsschicht für die Prüfung/Reihung/Neuanforderung der Pakete usw zuständig ist. Dh wenn du dein eigenes Protkoll implementieren würdest, müsstest du im Gegensatz zu TCP/IP all dies berücksichtigen. Das weicht jetzt aber vom Thema ab.

Mit freundlichen Grüßen flo
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