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Netzwerksignal ueber lange Distanzen

Frage Netzwerke

Mitglied: chubie

chubie (Level 1) - Jetzt verbinden

09.11.2006, aktualisiert 12.11.2006, 6867 Aufrufe, 11 Kommentare

Hallo,

kennt jemand ein Geraet mit dem man ein Netzwerksignal ueber groessere Distanzen uebertragen kann?
Dafuer stehen theoretisch vier Adern zur Verfuegung (Telefonleitung).

Ich denke daran mehr oder weniger an das gleiche Prinzip wie bei DSL:
Das Signal soll das Leitungssignal nicht beeinflussen, sondern am besten "auf" der Leitung laufen,
also aufmoduliert sein.

Es waere natuerlich auch schonmal ganz gut, wenn es ueberhaupt eine Moeglichkeit gaebe ein Netzwerksignal
ueber eine 4adrige Kupferleitung ueber groessere Distanzen (maximal 1-2km) zu speisen.
Die Geschwindigkeit muss dabei natuerlich keine 100MBit betragen.

Theoretisch reicht eine Endgeschwindigkeit von 2-3 MBit.
Wuenschenswert dabei waeren jedoch 10MBit.

Ich hoffe jemand kennt ein solches Geraet.
Es geht weiterhin um meine geplante Ortsvernetzung, jedoch moechte ich es nun ohne Funk realisieren koennen.

Rechtlich ist es meines Wissens auch erlaubt - muesste ich mich falls es die noetigen Geraete ueberhaupt gibt natuerlich weiter erkundigen -
die Leitungen der Telekom direkt am Ortsverteiler zu "bespeisen".

Vielen Dank im Vorraus fuer eure Hilfe.

Mit freundlichen Gruessen,
Daniel
Mitglied: brammer
09.11.2006 um 16:51 Uhr
Hallo,

über eine Leitungslänge von 2km mit 10 mbit ???
Schwierig!

Was genau für Daten willst oder musst du denn übertragen und?
Als Alternative würde mir bei der distanz richtfunk einfallen...
Könntest du dein Problem bitte etwas genauer beschreiben!
Außerdem glaube ich nciht das die T-Com eine Einspeisung zulässt
Bitte warten ..
Mitglied: chubie
09.11.2006 um 17:32 Uhr
Hallo,

die Telekom muss die Einspeisung irgendwie zulassen.

Ich will im Endeffekt eine Datenverbindung auf die Telefonleitung legen.
Prinzipiell auch genauso wie das bei DSL funktioniert.
Soll ja eine Alternative zu dem nicht verfuegbaren Telekom DSL-Anschluss werden

Also sogesehen am besten die gleiche oder eine aehnliche Technik wie die
Telekom bei der Signaleinspeisung des Internetzugangs ueber Breitband.

Die Ortschaft ist nich so gross und die Distanzen werden normal auf keinen Fall
groesser als 1km, aber eine gewisse Sicherheit muss da natuerlich noch sein,
dass auch bei kleinen Leitungsstoerungen das Signal noch ankommt.

DSL arbeitet meines Wissens durch die Aufmodulation eines hochfrequenten Signals
auf das Telefonsignal.
Sowas wuerde ich eigentlich auch ganz gerne machen.
Gehen muss es - die Telekom macht es ja auch

Nur scheitere ich auf der Suche nach der passenden Hardware, da ich weder
einen Hersteller noch einen Produktnamen weiss.

Mit freundlichen Gruessen,
Daniel
Bitte warten ..
Mitglied: brammer
09.11.2006 um 17:47 Uhr
Hallo,

mit handelsüblicher hardware sehe ich probleme..

lies dich doch hier mal ein bisschen schlau...
http://www.koehler-ks.de/Ethernet.html#10BaseT

Verstehe ich dien Problem den richtig das du einen entfernt gelegenen Punkt per 4 ader leitung anbinden willst und dabei das vorhandene Leitungsnetz der Telekom nutzen willst ??
Wenn ja vergiss es.
Die Kosten dafür dürften untragbar sein
Bitte warten ..
Mitglied: chubie
09.11.2006 um 18:00 Uhr
Hallo,

also M'Net speist ihr DSL Signal ueber die Leitungen der Telekom.
Soweit ich das auch mitbekommen habe muss die Telekom (eventuell gegen Gebuehren)
ihre Leitungen zur Verfuegung stellen (sonst ist ja irgendwas wegen Monopolist oder so).

Das heisst im Endeffekt will ich genau das gleiche wie die Telekom machen.
Ich will ein Netzwerksignal (Internetanbindung) ueber die Telekom zu den Haushalten
bringen.
Nur eben nicht vom weit entfernten Hauptverteiler, sondern von dem Verteiler in der
Ortschaft.

Per Modulation von einem hochfrequentem Signal auf das normale Telefonsignal
(sei es analog oder ISDN) ist das doch moeglich?
Der "Splitter" beim Endkunden trennt das normale Signal wieder von dem darauf
modulierten Internetzugang.

Nun fehlt nur noch die passenden Hardware zu dem ganzen Zeug

Und ich vermute mal nicht, dass nur die Telekom in der Lage ist solche
Splitter und die dazu passenden Gegenstellen herzustellen.

Und genau einen solchen Hersteller suche ich

Gruss,
Daniel
Bitte warten ..
Mitglied: chubie
09.11.2006 um 18:34 Uhr
Hallo,

hab gerade etwas mehr darueber herausgefunden.

Das Gegenteil zum Spliiter nennt sich DSLAM (Digital Subscriber Line Access Multiplexer).
http://www.pandacomdirekt.com/smd_2000.html

Genau sowas hab ich gemeint

Gruss,
Daniel
Bitte warten ..
Mitglied: brammer
09.11.2006 um 20:37 Uhr
Hallo,

das wird aber richtig teuer..
Denn dazu benötigten DSLAM bekommst du nicht mal eben bei EBAY oder bei "Geiz ist Geil"
(kurz bei Ebay gesucht und nichts gefunden)
außerdem hast du dann immer noch das Problem das die Leitung nicht länger sein darf als 500m bei 10 Base5 Kabel,ob dein vorhandener Telefondraht die Anforderungen von 10Base5 erfüllt würde ich stark bezweifeln. Bei höheren Bandbreiten kannst du theoretische Kabellängen über 100m vergessen und in der Praxis würde ich auch keine 100 m einsetzen sondern höchstens 60-80 meter. Deine 2 Km werden hier zum Problem.
Die Technik ist vorhanden um solche Strecken zu überbrückung aber nicht mit auf der Basis von vorhandenem Telefondraht.

Für deine Situation würde ich ernsthaft eine Richtfunkstrecke überlegen, denn du kannst ja ohne Baugenhemigung auch ncith mal eben 2Km Kabel verlegen, wo du dann noch mindestens einen oder 2 Repeater benötigst.
Und Kosten würde eine Richtfunkstrecke auch um einiges weniger.

Habe mal ein bisschen gesucht:
http://www.der-frank.org/network/wittgensdorf.html
(interessantes Projekt )

http://www.digicomm.de/files/ftr-700-d2-datenblatt.pdf
(eine andere technische Möglichkeit)

oder

http://www.digicomm.de/files/trm-710-datenblatt.pdf
(mehr Leistung)
Bitte warten ..
Mitglied: chubie
09.11.2006 um 23:28 Uhr
Hallo,

der DSLAM den ich gefunden habe schafft auch Reichweiten bis 3,4km mit einem Durchsatz von 2,3MBit (also volle DSL Qualitaet).

Ueber die Kosten habe ich leider noch keine Information.
Da werde ich noch warten muessen

Funk ist immer so eine Sachen die wir meiden wollen.
Sobald man alles unter die Menge streut wird geklaut und gesniffed.

Aber das groessere Problem beim Funk ist die Begrenzung der Sender
vom Datendurchsatz.
Ein nettes Extra unserer Vernetzung waere natuerlich bei den Leuten die es auch
wuenschen, dass sie nicht nur ins Internet, sondern auch in ein Ortsintranet
verbunden werden.

Das ist natuerlich praktisch fuer Leute mit Bekannten im Ort oder fuer die Jugendlichen,
die ab und zu gerne miteinander spielen.

Da kann man dann auch Anbindung ans Haus setzen (eine andere Firma "Zyxel" hat auch ADSL2+ AMs).
Die Internetanbindung sollte naemlich nicht prinzipiell durch die Anbindung ans Haus, sondern durch einen Gateway reguliert werden.

Dazu hat NetPriva relativ gute Gateways, welche auch sehr schoen konfigurierbar sind
und vor allem auch alle wichtigen Nebendienste unterstuetzen.

Ich bin auf die Preise fuer die DSLAMs auf jeden Fall mal gespannt.

Guenstig ist im Technikbereich - meiner Erfahrung nach - auf der Anbieterseite selten etwas.
Die Frage ist sozusagen nur wie teuer es ist.
Ich schaetze den Preis fuer einen solchen 24Port DSLAM grob auf ca 7000 - 10 000 Euro.

Mit - in unserem Fall geht es leider nicht anders - erhoehten Einrichtungsgebuehren und der
Unterstuetzung der Gemeinde koennte man mit solchen Preisen eventuell schon kalkulieren.

Wichtig ist nur die Ausbaufaehigkeit des Netzes.
Denn sobald Dienste wie Telefon ueber VOIP noch hinzukommen kann man auch die
Bandbreite fuer die Kunden erhoehen, da durch den wegfallenden Telekomanschluss auch
noch ein zweites Adernpaar frei wird (die Leitung bleibt ja liegen).

Im Moment ist das jedoch alles nur eine sehr wage Kostenabschaetzung auf der man nicht
aufbauen kann.

Ich hoffe sehr bald auf neue Preisinformationen bei den Geraeten und auch etwas
detailiertere technische Angaben.

Wichtig wird vor allem auch noch die rechtliche Seite in Bezug auf Abgaben an die
Telekom und Steuerabzuege.

Ist mit den deutschen Gesetzesbuechern nicht immer so leicht zu durchschauen, denn
irgendwo versteckt sich immer noch eine weitere Auflage, die zu erfuellen ist

Sobald ich weitere Informationen zu der Groessenordnung der Preise habe,
werde ich hier jedoch weitere Angaben machen.

Wir sind nicht die einzige zurueckgelassene Ortschaft.... (leider)

Gruss,
Daniel
Bitte warten ..
Mitglied: aqui
11.11.2006 um 20:37 Uhr
Solche Produkte gibt es und sie sind gar nicht mal so teuer. Das Verfahren nennt sich "Long Range Ethernet" oder Ethernet Extender.
Meist sind das 2 kleine Boxen die über DSL ähnliche Verfahren die üblichen Ethernet Längen von max. 100 Meter über normalen Telefondraht "verlängern".
Technisch gesehen ist es ein Bridging was gemacht zwischen 2 dieser Boxen:

LAN----(LRE Box)------Telefonleitung-----(LRE Box)---LAN

Meist wird parallel zu den Daten auch noch Telefonie übertragen aber das ist eine Frage der Ausstattung (und damit des Preises) der LRE Boxen. Allerdings lassen die immer nur eine Point to Point Verbindung zu es sei denn du erwirbst einen LRE Concentrator, der mehrere LRE Leitungen terminieren kann. Sowas gibt es auch.
Die Datenrate ist allerdings abhängig von der Leitungsqualität und auch der Länge, so das man 10 Mbit bei 2km nicht garantieren kann. Es kommt immer drauf an... Die Boxen negotiaten das dynamisch. Das funktioniert sehr ähnlich wie bei DSL. 1 bis 2 Mbit ist aber realistisch...es kann aber auch höher sein...kommt wie gesagt auf die Leitung an.
Bitte warten ..
Mitglied: brammer
11.11.2006 um 21:03 Uhr
Hallo,

@aqui
natürlich kann man Extender oder Repeater dazwischen schalten und so das Signal auffrischen.
Das Problem in dieser Situation ist nur, so habe ich die Anfrage von chubie zumindest verstanden, das er eine bestehende Telekomleitung dazubenutzen will. In diese dann zusätzliche Extender oder Repeater einzubauen dürfte an der Telekom schlicht und ergreifend scheitern, außerdem müsste dann auf einer Strecke von etwa 2 Km alle 100 m so ein Teil eingbaut werden wofür dann wiederum Baugenehmigungen erfoderlich sein dürften. insofern kommt man wohl auf die selben Kosten wie bei einem DSLAM.
Damit dürfte chubie imer noch nicht näher an der Lösung seines Problems sein.
deswegen habe ich ja Richtfunk empfohlen.
Bitte warten ..
Mitglied: aqui
11.11.2006 um 23:54 Uhr
@brammer

Nein deine Annahme ist falsch bzw. du hast das missverstanden ! Ich meine gerade NICHT normale Ethernet Repeater, denn die würden ja eine Twisted Pair Leitung erfordern und eben nicht eine Telefonleitung wie in der o.a. Skizze ja beschrieben. Das das damit nicht funktioniert ist völlig klar !
Diese haben natürlich mit einem Long Range Ethernet Externder oder einer Long Range oder Reach Ethernet Bridge überhaupt nichts zu tun.

http://www.cisco.com/warp/public/779/servpro/solutions/long_ethernet/

(Das ist nur zur Erklärung der Technik ! Cisco hat sowas natürlich aber der Rest der anderen Hersteller haben ein anderes Preisniveau bei teils bessere Technik)
Das sind spezielle Boxen die auf der einen Seite einen Rj-45 Stecker für ethernet haben und auf der anderen Seite eine Klemmleiste oder eine RJ-11 Buchse für den Telefondraht. Meist wird dann auf dieser Schnittstelle ein VDSL ähnliches Protokoll gefahren auf das die Ethernet Frames umgesetzt werden. Die Box am anderen Ende gesehen macht es genau umgekehrt. Die Umsetzung ist meist Hersteller proprietär so das eine solche Point to Point Kopplung immer nur mit Geräten desgleichen Herstellers klappt.
Stell dir das so vor wie Power LAN Geräte nur mit einem VDSL Telefondraht dazwischen !

Netzwerktechnisch gesehen ist so ein Link eine Layer 2 (MAC) Bridge. Es gibt einen Haufen Anbieter für solche Systeme die nicht mal teuer sind. Die Häufigkeit rührt auch daher das diese Systeme sehr häufig in der Netzwerkvernetzung von Hotels genutzt wird, die eben sehr lange Strecken haben und meist nur alte Telefonkabel. Das bewahrt große Hotels vor einer sehr teuren Neuverkabelung.
Preislich liegen diese Boxen etwa wie die teurer Modems, also weit weit unter dem von Richtfunk oder dedizierten DSLAMs.
Für das Geld könntest du Hunderte der LRE Boxen (..sogar von Cisco) kaufen.
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Mitglied: chubie
12.11.2006 um 00:16 Uhr
Hallo,

der DSLAM, den ich in Betracht ziehe (von pandacomdirect) sendet ein ADSL/ADSL2/ADSL2+
Signal wie jeder T-Com DSLAM.

D.h. ich kann meine Datenverbindung und die Telefonie wie die T-Com anbinden.
Nur speise ich nicht wie die T-Com am Hauptverteiler in der Entfernten Ortschaft (ca 7km), sondern an dem Verteiler in dem Zielort direkt (damit sinkt die Reichweite auf maximal 1-2km, im Schnitt ca 400-500m).

Groesster Vorteil:
- Hohe Verfuegbarkeit weil es durch Leitungen geht
- Guenstige Endkundenhardware, da jeder normale Splitter damit arbeiten kann

Im Laufe der Woche bekomme ich einige Preise zu sehen.

Interessant ist vor allem die modulare Loesung von Pandacomdirect, da man damit
alle Anschluesse zentral verwalten kann und notfalls - falls mehr benoetigt wird - zusaetzliche Karten stecken.

Gruss,
Daniel
Bitte warten ..
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