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Frage Linux

GELÖST

Wie Partionen wieder mounten?

Mitglied: diwaffm

diwaffm (Level 2) - Jetzt verbinden

23.01.2010 um 11:29 Uhr, 7694 Aufrufe, 11 Kommentare

Hi Leute,

ich habe hier 2 Platten eines vormals laufenden (openSUSE 11) Rechners.
Leider scheint da irgendwas über die Wupper gegangen zu sein.

Folgendes Verhalten:

Booten des Rechners funktioniert soweit.
Im Textmodus laufen die Informationen durch, bis zum Login.
Username wird akzeptiert, danach: "Fehler im System"

Versuch einer Reparatur-Installation - Systemtests laufen durch bis zur Meldung: Keine root-Partition gefunden.

Systemreparatur im Expertenmodus zeigt folgende Partitionen:

/dev/sda1 - reiserfs - ohne Mountpoint
/dev/sda2 - reiserfs - ohne Mountpoint
/dev/sdb1 - swap - ohne Mountpoint
/dev/sdb2 - linux_raid_member - ohne Mountpoint

Wenn ich mich recht erinnere ist
sda1 die root-Partition
sda2 eine Archiv-Partition mit eher unwichtigen Daten
sdb2 die home-Partition mit den wichtigen Daten

Habe ich die Möglichkeit diese Partitionen wieder an den passenden Stellen ins System einzuhängen?

Wahrscheinlich bei einer Neuinstallation - da müsste aber sichergestellt sein, dass zwar die Mountpoints gesetzt, nicht aber die Platte partitioniert bzw. formatiert wird...

Interessant wäre sicher auch, die raid-Partition in einen anderen Partitionstypen umzuwandeln - aber das ist in meinen Augen erst in einem zweiten Schritt machbar, wenn ich Zugriff auf die Daten habe...

Ciao

dirk
Mitglied: datasearch
23.01.2010 um 14:50 Uhr
Hallo Dirk,

am besten du bootest von einer Rescue CD, prüfst die Dateisysteme und versuchst diese per Hand zu Mounten. Sobald du Zugriff auf deine root-Partition hast, kannst du die fstab Edieren und eventuell falsch gesetzte Einhängepunkte korrigieren. Anschließend würde ich versuchen alle Partitionen richtig zu Mounten (proc und dev kannst du von dem Live-System mounten) und mit einem chroot in das System zu wechseln. Hier kannst du yast starten und die Bootkonfiguration wiederherstellen (alternativ natürlich /boot/grub/menu.lst edieren oder die Grub-Shell starten)

Was mich etwas wundert, warum ist deine Partition für /home plötzlich vom Typ Linux-Raid? Hattest du versucht ein Raid einzurichten?
Bitte warten ..
Mitglied: diwaffm
23.01.2010 um 15:03 Uhr
Zitat von datasearch:
am besten du bootest von einer Rescue CD, prüfst die Dateisysteme und versuchst diese per Hand zu Mounten.

Das habe ich mit der "System Rescue CD" probiert - doch ist es mir nicht gelungen...

Sobald du Zugriff
auf deine root-Partition hast, kannst du die fstab Edieren und eventuell falsch gesetzte Einhängepunkte korrigieren.
Anschließend würde ich versuchen alle Partitionen richtig zu Mounten (proc und dev kannst du von dem Live-System
mounten) und mit einem chroot in das System zu wechseln. Hier kannst du yast starten und die Bootkonfiguration wiederherstellen
(alternativ natürlich /boot/grub/menu.lst edieren oder die Grub-Shell starten)

Das sind leider Böhmische Dörfer
Werder aber versuchen mich durchzuhangeln...

Was mich etwas wundert, warum ist deine Partition für /home plötzlich vom Typ Linux-Raid? Hattest du versucht ein Raid
einzurichten?

Nein, da gab es mal ein Raid - bei dem die 2. Partition über den Jordan gegangen ist...
Deswegen die Überlegung, daraus eine normale Patition draus zu machen, denn ein RAID 1 mit einer Platte ist reichlich witzlos...

ciao

dirk
Bitte warten ..
Mitglied: datasearch
23.01.2010 um 15:40 Uhr
Hattest du ein DM-Raid? Gib mal bitte ein "sfdisk -d /dev/sda". Ist der Typ Linux Raid Autodetect, versucht der Kernel beim Booten das MD zu starten.

Was passiert denn genau wenn du versuchst folgendes zu tun:

01.
sysrescue-CD starten 
02.
 
03.
cd /mnt 
04.
mkdir systmp 
05.
cd systmp 
06.
mkdir sda1 
07.
mkdir sda2 
08.
mkdir sdb2 
09.
fsck /dev/sda1 
10.
fsck /dev/sda2 
11.
fsck /dev/sdb2 
12.
mount /dev/sda1 sda1 
13.
mount /dev/sda2 sda2 
14.
mount /dev/sdb2 sdb2 
15.
mount
Sollte er nicht mounten, muss eine Ausgabe mit der Ursache erscheinen. Wenn ja, wechsle in deine root-Partition und prüfe die datei "fstab" im Ordner "etc".
Bitte warten ..
Mitglied: diwaffm
23.01.2010 um 16:05 Uhr
Zitat von datasearch:
Hattest du ein DM-Raid? Gib mal bitte ein "sfdisk -d /dev/sda". Ist der Typ Linux Raid Autodetect, versucht der Kernel
beim Booten das MD zu starten.

/dev/sda1 : start = 63, size=8241282, Id=83, bootable
/dev/sda1 : start = 8241345, size= 148038975, Id=83
/dev/sdb1 : start = 63, size=2072322, Id=82
/dev/sdb2 : start = 2072385, size=148038975, Id=fd




Was passiert denn genau wenn du versuchst folgendes zu tun:

01.
> fsck /dev/sdb2 
02.
> 

fsck: fsck.linux_raid_member: not found
fsck: Error 2 while executing fsck.linux_raid_member for /dev/sdb2

01.
> mount /dev/sda1 sda1 
02.
> mount /dev/sda2 sda2 
03.
> mount /dev/sdb2 sdb2 
04.
> 

mount: unknown filesystem type "linux_raid_member"


Sollte er nicht mounten, muss eine Ausgabe mit der Ursache erscheinen. Wenn ja, wechsle in deine root-Partition und prüfe die
datei "fstab" im Ordner "etc".

in sda1 befinden sich folgende Einträge:
01.
boot 
02.
grub 
03.
initrd 
04.
map 
05.
memtest.bin 
06.
vmlinuz
sowie noch ein par .gz Dateien...

in sda2 befindet sich das /home Verzeichnis des Rechners - also alle Daten...

Dann muss es innerhalb der RAID Partition noch das rootverzeichnis und mein Archivverzeichnis geben...

Ciao

dirk
Bitte warten ..
Mitglied: diwaffm
23.01.2010 um 17:05 Uhr
Zitat von datasearch:
Hattest du ein DM-Raid? Gib mal bitte ein "sfdisk -d /dev/sda". Ist der Typ Linux Raid Autodetect, versucht der Kernel
beim Booten das MD zu starten.

Ich habe mal ein fdisk -l eingegeben - und das liefert mir

01.
disk /dev/sdb: 80.0GB 
02.
/dev/sdb1    1   129  ID:82 Linux swap 
03.
/dev/sdb2  130  9344  ID:fd Linux raid autodetect
Also genau wie von Dir vermutet.

Allerdings kommt als nächstes dann

01.
Disk /dev/md0: 75,8GB 
02.
Disk /dev/md0 doesn't contain a valid partition table
Ciao

dirk
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Mitglied: diwaffm
23.01.2010 um 19:58 Uhr
Zitat von datasearch:
Sobald du Zugriff
auf deine root-Partition hast, kannst du die fstab Edieren und eventuell falsch gesetzte Einhängepunkte korrigieren.

OK - ich habe es nun soweit geschafft...
Mit hilfe eines auf einer sauberen Platte neu aufgesetzten openSUSE konnte ich via YAST den Mountpoint für die zweite Platte mit der RAID-PArtition manuell ändern - und jetzt liegt sie vor mir.

Im Moment weiß ich nur noch nicht, ob ich einfach die relevanten Daten rüberkopieren soll und dann schaue, dass ich alles wieder so konfiguriert bekomme, wie vorher - oder ob ich versuche die Kiste mit den alten Platten wieder zum Laufen bekomme...

Ich tendiere eigentlich zu letzterem...

Hier die fstab des alten Systems:

01.
/dev/md0   /               reiserfs  acl,user_xattr    1 1 
02.
/dev/sda1  /boot           reiserfs  acl,user_xattr    1 2 
03.
/dev/sdb1  swap            swap      pri=42            0 0 
04.
/devpts    /dev/pts        devpts    node=0620,gid=5   0 0 
05.
proc       /proc           proc      defaults          0 0 
06.
usbfs      /proc/bus/usb   usbfs     noauto            0 0 
07.
sysfs      /sys            sysfs     noauto            0 0 
08.
/dev/sda2  /home           reiserfs  acl,user_xattr    1 2
DAS sieht doch eigentlich ok aus, oder?

Aber wenn das auf der Platte korrekt steht, warum wird es dann beim Booten nicht korrekt gemountet?

Xiao

dirk
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Mitglied: datasearch
23.01.2010 um 21:02 Uhr
Laut dieser fstab war das RAID-Device deine root-partition und sda2 dein eigentliches /home. Das ist seltsam, da ja eigentlich /dev/md0 nach /home gemountet werden sollte. Prüfe bitte nochmal was jetzt auf welcher Partition liegt.

Um eine neue Spiegelung einzurichten brauchst du eigentlich nur wenige Befehle. Auf 2 Platten gleichgroße Partitionen vom Typ "fd" erstellen, mit "mdadm --create md1 --level 1 --raid-devices 2 -name "Mein System" /dev/sda2 /dev/sdb2" das Array erstellen, Partitionieren (sonst meckert dich das System bei jedem Bootvorgang an) und im Wunschdateisystem formatieren. Ich würde dir empfehlen die Daten von alten Array zu verschieben und alles neu und sauber anzulegen. Bevor du die Daten wieder auf das Array legst, übe bitte die Wiederherstellung im Fehlerfall. Wie man ein Array mit fehlenden Platten startet währe für den Anfang nicht schlecht
Bitte warten ..
Mitglied: diwaffm
23.01.2010 um 21:20 Uhr
Zitat von datasearch:
Laut dieser fstab war das RAID-Device deine root-partition und sda2 dein eigentliches /home. Das ist seltsam, da ja eigentlich
/dev/md0 nach /home gemountet werden sollte. Prüfe bitte nochmal was jetzt auf welcher Partition liegt.

Das war der Versuch einer Erinnerung
Ich habe den Server undokumentiert übernommen...


Um eine neue Spiegelung einzurichten brauchst du eigentlich nur wenige Befehle.

Mangels zusätzlicher Platte und Platz für sie selbe, wäre mir der Weg, die Spiegelung GANZ aufzuheben - also aus dem RAID eine normale Partition zu machen - lieber.

Sicherung erfolgt täglich auf Band...

Ciao

dirk
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Mitglied: diwaffm
25.01.2010 um 10:41 Uhr
Ich habe jetzt von der Live CD gebootet.

Dann mit

mount /dev/sda1 /boot
mount /dev/sdb1 /home
mount /dev/md0 /mnt/md0 ( nach / kann ich diese Partion ja im Livesystem nicht mounten)

die Partitionen gemountet und mit

chroot /mnt/md0 /bin/bash -i

das System gewechselt.

Nun habe ich aber keinen Zugriff auf /boot und /home - bzw. beide sind leer...

Wo ist mein Denkfehler

Merci

dirk
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Mitglied: datasearch
25.01.2010 um 14:10 Uhr
Du musst die Ordnerhirachie beachten.

01.
LiveCD Booten, Platten mounten 
02.
mkdir /mnt/tmpsys 
03.
mount /dev/md0 /mnt/tmpsys 
04.
mount /dev/sda1 /mnt/tmpsys/boot 
05.
mount /dev/sdb1 /mnt/tmpsys/home 
06.
mount -o bind /proc /mnt/tmpsys/proc 
07.
mount -o bind /dev /mnt/tmpsys/dev 
08.
Und nun in das System wechseln 
09.
chroot /mnt/tmpsys /bin/bash (oder die Shell deiner Wahl)
Bitte warten ..
Mitglied: diwaffm
29.01.2010 um 11:53 Uhr
Nachdem leider alle Tipps von hier (und anderen Seiten) nicht zum gewünschten Ergebnis führten, habe ich (nach Backup der Platten) eine Update-Installation von openSUSE 11.1 durchgeführt.

Und siehe da: meine Platten sind wieder da und die Kiste bootet wieder wie gewünscht...

Merci

dirk
Bitte warten ..
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