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Standortvernetzung mit zentralem Rechenzentrum

Frage Netzwerke

Mitglied: rezwiebel

rezwiebel (Level 1) - Jetzt verbinden

17.10.2008, aktualisiert 19.10.2008, 5494 Aufrufe, 8 Kommentare

Hallo zusammen,

wir planen 2 Standorte (Nürnberg, Augsburg) per EthernetConnect oder MPLS zu verbinden. Wir würden gerne in Nürnberg
ein zentrales Rechenzentrum aufstellen in dem alle Server stehen (Fileserver, SQL, Mail, etc.) und über eine entsprechend
dicke Leitung die User in Augsburg im Rechenzentrum in Nürnberg arbeiten zu lassen. Die Hauptlast wird sein, dass
Grafiker aus Augsburg Bilddateien (auch bis 100MByte groß) über die Standleitung ziehen oder speichern, etc. Unser
Controlling hat errechnet, dass die Kosten ungefähr vergleichbar sind wie eine dezentrale Lösung. Allerdings würde diese
Variante unsere IT deutlich entlasten.

Meine Frage, da uns einfach das Wissen komplett fehlt ob diese Lösung praktikabel ist:

Wie ist das mit den Antwortzeiten bei der Standleitung; spricht da was dagegen, die oben genannte Lösung durchzuführen?
Kann es irgendwelche Flaschenhälse geben, die am Ende ein sinnvolles arbeiten verhindern oder ist es tatsächlich so als
wäre der 2. Standort direkt im LAN?

Bandbreite wäre mindestens 100MBit, alternativ auch 150MBit oder 300MBit.

Gibt es Unterschiede ob wir MPLS oder EthernetConnect machen würden?

Danke für die Hilfe!

Gruß
René
Mitglied: Arch-Stanton
17.10.2008 um 14:04 Uhr
Das ist ja mal eine anspruchsvolle Herausforderung. Viele Grafiker sind schon gepestet, wenn das lokale Netz nicht schnell genug liefert. Du möchstest also Bilddateien vom Server laden, der per VPN angebunden ist? Ich halte diese Lösung für gewagt, da die Feinbilddateien letzten Endes im Flaschenhals Internet hängen bleiben.

Gruß,
Arch Stanton
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Mitglied: joerg
17.10.2008 um 14:21 Uhr
Also da muss ich meinem Vorredner Recht geben.
Der Flaschenhals ist immer das Internet und die Kosten eines MPLS-Netzes über 2 Standorte steht meiner Meinung nach nicht in Relation zu einer dezentralen Lösung.

Zur Erklärung:

gute 100mb Switche (oder Gigabiteswitche) haben meist eine große Backplane (so ca. 48Gig). Würde bedeuten im optimalen Falle können 48User 1Gig an Last pro Port verursachen (Milchmädchenrechnung und nur zur verdeutlichung).
Für das Internet hast du aber nur 100mb zur Verfügung. Also wenn ein User X hohen Traffic verursacht, was bei Bildbearbeitung auch so üblich ist, dann können die anderen nichts mehr tun.

Hoffe ich hab mich verständlich ausgedrückt ;)

Gruß
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Mitglied: rezwiebel
17.10.2008 um 14:28 Uhr
Wir hätten eine Direktverbindung (Standleitung, kein VPN) mit bis zu 300MBit. Das heißt kein Internetverkehr, sondern direkt.
Die Kosten wären vergleichbar auf 10 Jahre hochgerechnet, daher nur die Frage obs machbar ist. Laut unserem Systemhaus kein
Problem da sich die Standleitung wie ein LAN verhält. Richtig?

Derzeit haben wir hier im LAN 100MBit, absolut ausreichend auch für die Ressourcenhungrigen Grafiker. Bei 300MBit Direktverbindung
hoffe ich dass das klappt.
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Mitglied: shadynet
17.10.2008 um 14:49 Uhr
im Endeffekt ist ein EtherConnect wie ein LAN, nur dass es halt über die Telefonleitung nach Augsburg geht. Wie es bei MPLS ist, weiß ich nicht, aber EC ist eine Lösung die alles wie ein einziges LAN erscheinen lässt. Dementsprechend verhält sich diese dedizierte Leitung wie ein richtiges LAN.
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Mitglied: 60730
17.10.2008 um 19:12 Uhr
Servus,

wenn du dir mal einen groben Überblick über die zu erwartende Strecke Augsburg & Nürnberg ansiehst - erkennst du es wird sich um ca 140-150 KM handeln.
Die müssen auch durch das Netz und die zu erwartenden Antwortszeiten würde ich mal eher als gering bezeichnen.
Obwohl "gering" logischerweise eine Definition ist - die im Auge des Betrachters liegt.

Wir haben "nur" eine MPLS Bandbreite von 8Mbit - allerdings kann ich dir versichern - die monatlichen Kosten sind "deutlich" in unserem Etat zu sehen.
Unsere Grafiker benutzen übrigens unsere Server nur extrem widerwillig, und die Macs sind mit 1GB angeschlossen - die machen damit nur ein Backup ihres lokalen Datenbestandes zum lokalen Server, wenn ein Project abgeschlossen ist.

Sag deinem Controlling, er rechnet mit unbekannten und daher kann seine Rechnung nicht aufgehen. (Sowas nennt man auf Neu Deutsch milkmaid statement )


Ergo - im zweiten Standort einen Server hinstellen, und der kann über Nacht dann mit dem anderen Standort abgleichen.
Das "kann" funktionieren.
Gruß
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Mitglied: rezwiebel
17.10.2008 um 20:20 Uhr
Wie gesagt, unsere Grafiker sind nicht sooo Ressourcehungrig. Die kommen derzeit auch locker mit den 100MBit aus.

Was unser Controlling angeht, haben wir gemeinsam eine umfassende Aufstellung gemacht, die zumindest was eine normale Standleitung angeht, eher für die zentrale Variante sprechen würde.

Was ein MPLS angeht, weiß ich derzeit nicht was das kostet. Wär mir auch egal, wenn wir nicht evtl. von unserer Muttergesellschaft dazu gezwungen würden in ihr MPLS hineinzumieten.

Gibts irgendwelche Möglichkeiten so etwas auszutesten? Das der Provider ne Testleitung schaltet oder so? Hat jemand sowas schon mal gehört? Am Ende ist es sonst sowieso nur die Hoffnung es klappt, das Risiko zu groß.
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Mitglied: 60730
17.10.2008 um 21:23 Uhr
Wie geschrieben - wir haben eine 8Mbit Leitung.

Wenn deine Grafiker mit 100 Mbit auskommen - ist das ja schön, aber ganz ehrlich - 8 Mbit MPLS sind schon sehr "teuer".
Aber man kriegt auch etwas für sein Geld.

- ich möchte nicht wirklich wissen, was eine MPLS Strecke kostet die mal eben um den Faktor 11.irgendwas breiter ist.

Und immer schön dran denken, was denn passiert, wenn die MPLS Strecke ausfällt.

Das kann auch mal passieren - die Baggerfahrer lassen grüßen.

PS: Ja ich beschreibe das nicht nur, ich hab leider etwas Ahnung davon....
Und so ein "Popeliger" Fileserver kostet ja nun auch nicht sooo viel Geld und dank Remote Consolen und wenns denn sein muß DFS sollte man
das dann auch nutzen - von daher dein Kollege Controller rechnet mit unbekannten.

Wenigstens fragst du - bevor du die Verantwortung für das Projekt ünernehmen mußt
Gruß
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Mitglied: aqui
19.10.2008 um 19:47 Uhr
Klar kannst du das ganz einfach testen mit einem Tool wie WANEM z.B.:

http://sourceforge.net/projects/wanem/

Und einfach 2 Netze da mal drüberschicken.
Musst du ja aber gar nicht, denn du kannst ja von einer WAN Speed von 100 Mbit ausgehen, also ganz genau das was du auch jetzt zurzeit hast, so das es bei der WAN Verbindung sei es nun MPLS oder direkt keine Probleme geben sollte wenn die Grafiker Kollegen an das derzeit gewöhnt sind werden sie keinen Unterschied im Verhalten feststellen !

Entscheidend sind aber in der Tat die Kosten für solchen einen Anschluss !!! Das solltest du oder die Controller mit ins Kalkül ziehen
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