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Versicherung gegen Kosten eines Datenverlustes - nötig oder unnötig?

Frage Sicherheit Rechtliche Fragen

Mitglied: Guck

Guck (Level 1) - Jetzt verbinden

16.05.2008, aktualisiert 21.05.2008, 7814 Aufrufe, 9 Kommentare

Firma soll sich gegen Kosten eines totalen Datenverlust sowie Wiederbeschaffungskosten der Daten versichern lassen - ist das nötig? Gehört sowas zum Standard z. B. in der IT von Krankenhäusern?

In unserem mittelständischen Unternehmen gibt es Überlegungen, sich über einen Versicherer einen - möglichen - totalen Datenverlust versichern zu lassen.

Zum Hintergrund:
Wir halten neben den normalen Finanzbuchhaltungs- und Personalbuchhaltungsdaten als Betreuungs- und Pflegeeinrichtung auch persönliche Daten der Patienten/Bewohner wie Krankenakte usw.!
Daten werden auf DB-Servern innerhalb einer Domänenstruktur gespeichert und täglich komplett auf Bandlaufwerken gesichert. Ein Sicherungssatz umfasst 7 Tage - danach wird das erste Sicherungsband wieder überschrieben.

Bei einem Hardwareschaden müßten - bei intakter Sicherung -
1. die Hardware neu beschafft werden
2. die Anwenderprogramme (FiBu, Lohn, Personaldaten etc.) wieder aufgespielt werden
3. die Sicherungen zurückgespielt werden.

Die (interessierte ) Versicherung argumentiert nun natürlich mit einem TOTALEN Datenverlust und den damit verbundenen Kosten für die Neubeschaffung der Daten, auf welche Art auch immer.

Frage:
Hat jemand hier in seinem Unternehmen so eine Versicherung?
Ist sowas wirklich nötig, um a) die Firma und b) mich als Admin rechtlich und finanziell abzusichern?

Mir fehlen da etwas die Erfahrungen.

Danke und Gruß, Guck
Mitglied: Iwan
16.05.2008 um 13:04 Uhr
es geht nix über ein gutes Backup- und Notfallkonzept und im Worst-Case kann man nicht erst auf eine Versicherung warten, das was passiert oder was genau bieten die denn an?
bei uns sind keine so extrem-sensiblen Daten gespeichert, aber neben dem Hauptserver läuft noch ein direktes Backup auf einen Ersatzserver und zusätzlich noch jede Nacht auf einen Bandroboter
fällt der Hauptserver aus -> Ersatzserver kriegt IP & Namen vom H-Server -> extrem kurze Ausfallzeit -> keine Daten gehen verloren
was wohl die Versicherung dafür zahlen würde....
Bitte warten ..
Mitglied: Guck
16.05.2008 um 14:49 Uhr
sehe ich ja genauso!
Nur: der Hausversicherer ist an unseren Vorstand "herangetreten" und hat einen netten selbstausgearbeiteten Fragebogen zur "Abschätzung der Datensicherheitsrisiken und des Versicherungsbedarfs" überreicht (a la "Wie hoch wären Ihre Kosten bei einem totalen Datenverlust, z. B. durch einen Hackerangriff! ggf. schätzen"). Selbiger landete natürlich auf meinem Schreibtisch.

Für mich wäre eine solche Versicherung Unfug - wir sind kein Provider o.ä. - und unsere Datensicherungsmaßnahmen ausreichend (mit Spielraum nach oben), aber es hätte ja sein können, daß so eine Versicherung Standard im mittelständischen Bereich ist und ich nur nichts davon weiß . Wie gesagt, fehlende Erfahrung...

Danke und Gruß,
Guck
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Mitglied: Petrof
16.05.2008 um 15:32 Uhr
Hallo,

die beste Versicherung gegen Datenverlust ist immer eine sehr gute Sicherungsstrategie und deren Ausführung. Der totale Datenverlust ist dann doch eher unwahrscheinlich.

Falls doch jemand so eine Versicherung abschließen möchte, sollte man sich die Bedingungen doch genauestens durchlesen. Datenverlust auf Grund von falsch laufenden eigenen und fremden Programmen, sowie durch Fehlbedienungen wird schon mal meistens ausgeschlossen.
Wie lauten die Vorgaben der Versicherung damit überhaupt Versicherungsschutz besteht?
Ist das machbar, bzw. bezahlbar.


Übrigens: Es wurde mal ausgerechnet, das der Verlust eines Datensatzes ca. 180,- Euro kosten wird.

Gruß
Peter
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Mitglied: Iwan
16.05.2008 um 15:36 Uhr
was wollen die denn nun genau versichern? den Kostenaufwand für die Wiederherstellung/Wiederbeschaffung von Daten?

ein übertriebenes Beispiel: an einem Server verreckt eine Festplatte
du baust die aus, setzt eine neue ein und machst ein Rebuild vom Raid5 oder sicherst Daten wieder zurück
dafür hast du genau 1,5 Stunden gebraucht - bezahlt nun die Versicherung deine Arbeitszeit und die HDD?
ich denke nicht...
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Mitglied: SarekHL
16.05.2008 um 20:58 Uhr
es geht nix über ein gutes Backup- und Notfallkonzept

Sehe ich genauso. Nicht VERsicherung ist notwendig, sondern DATENsicherung ...


neben dem Hauptserver läuft noch ein direktes Backup auf einen Ersatzserver und zusätzlich noch jede Nacht auf einen Bandroboter

Da würde mir noch eine dezentrale Sicherung fehlen, so daß die Daten auch bei einem Brand des Betriebsgebäudes noch in Sicherheit sind. Klar, wenn es brennt hat man erst mal andere Dinge im Kopf. Aber materieller Schaden kann behoben werden, dafür sind auch Versicherungen gut. Aber wenn die Daten erst mal weg sind, dann sind sie in der Regel unwiederbringlich weg.

Ich habe bei uns eine Datensicherungsstruktur veranlaßt, bei der immer mindestens ein Band in einer nahegelegenen Außenstelle liegt. Im Worst Case, also falls das Hauptgebäude zur ungünstigsten Zeit abbrennt, sind auf diesem außerhalb gelagerten Band zwar nur die Daten von vor einer Woche, aber das ist besser als gar nichts ...
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Mitglied: n.o.b.o.d.y
17.05.2008 um 13:03 Uhr
Hallo,

so eine Versicherung ist doch auf eutsch gesagt Schwachsinn(!), denn die können weder die Daten neu besorgen noch eine mögliche Wiederherstellung beschleunigen.
Wenn Du das Backup nicht richtig macht, ist alles verloren und wenn das der ganez Bau abgebrannt ist und Du die Bänder nicht extern oder feuerfest verpackt hast, dann könnt ihr den Betrieb sowieso für immer schließeb, Versicherung hin oder her.
Dann gebt lieber einmalig Geld für ein Systemhaus aus, was euer Datensicherungskonzept prüft und dann ist gut. So ein "externer" Blick ist manschmal nicht verkehrt, haben wir auch gerade festgestelt.

Ralf
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Mitglied: Iwan
19.05.2008 um 15:21 Uhr
> neben dem Hauptserver läuft noch
ein direktes Backup auf einen Ersatzserver
und zusätzlich noch jede Nacht auf einen
Bandroboter

Da würde mir noch eine dezentrale
Sicherung fehlen, so daß die Daten auch
bei einem Brand des Betriebsgebäudes
noch in Sicherheit sind. Klar, wenn es
brennt hat man erst mal andere Dinge im Kopf.

die Bänder werden in einem anderen Gebäude hier auf dem Gelände (kein direkter Kontakt zum Gebäude, wo die Server stehen) in einem dicken schweren feuerfesten Tresor gelagert
wer die Bänder gleich neben dem Server lagert.... *no comment*
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Mitglied: SarekHL
19.05.2008 um 16:02 Uhr
die Bänder werden in einem anderen
Gebäude hier auf dem Gelände (kein
direkter Kontakt zum Gebäude, wo die
Server stehen) in einem dicken schweren
feuerfesten Tresor gelagert
wer die Bänder gleich neben dem Server
lagert.... *no comment*

Sorry ... in kenne solche Firmen! Da wünsche ich mir insgeheim immer, daß es da endlich brennt ;)
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Mitglied: Guck
21.05.2008 um 15:23 Uhr
Habe das Problem in meinem Sinne klären können - ein Teil der geplanten Kosten für diese unsinnige Versicherung wird in neue Datensicherungshardware gesteckt. Die Versicherung ist vom Tisch.

Danke euch für die Tips und Meinungen,

Gruß Guck
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