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Lenovo D400 - Windows Home Server - Quick Review

Erfahrungsbericht Hardware SAN, NAS, DAS

Mitglied: dog

dog (Level 4) - Jetzt verbinden

17.07.2010, aktualisiert 02:59 Uhr, 24816 Aufrufe, 2 Kommentare, 3 Danke

Vor einiger Zeit wollte sich Microsoft einen neuen Markt mit dem "Home Server"-Segment eröffnen. Denn die moderne Familie von Heute braucht schließlich einen Server um die Fotos, Musik und Videos für alle Familienmitglieder zugreifbar zu machen.
Sogar ein Bilderbuch gab es. Seit dem ist es ruhig geworden.

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Marktüberblick

Zuerst verschaffen wir uns mal einen Überblick der Home Server-Geräte, die es derzeit auf dem Markt gibt:

Hersteller Modell Preis
Lenovo IdeaCentre D400 240€ (500GB), 299€ (1TB), 399€ (2TB)
Acer Aspire easyStore H340 330€ (500GB), 349€ (1,5TB), 390€ (2TB), 460€ (3TB)
Asus TS mini 389€ (2TB)
Acer Aspire easyStore H341 399€ (1TB), 419€ (2TB), 479€ (3TB), 549€ (4TB)
HP Data Vault X300 Angekündigt

Das Lenovo-Gerät ist damit in der Grundausstattung derzeit das Günstigste, was wohl auch daran liegt, dass es grade aus dem Programm genommen wird.
Insgesamt tut das der Sache aber keinen Abbruch, denn praktisch alle bisher verkauften WHS-Geräte (HP MediaSmart Server, Lenovo IdeaCentre, Acer easyStore) sind von der Hardware nahezu identisch.
Alle werden von Wistron Neweb Corp. gefertigt und erhalten nur einen anderen Look.

Was ist in der Verpackung

Neben dem Gerät mit einer Festplatte befindet sich in der Verpackung das Übliche: Stromkabel, Netzwerkkabel, 3 weitere Festplattenrahmen, eine Kurzanleitung und ein sehr knapp gehaltenes Benutzerhandbuch, sowie:
  • Client Software Install CD – Enthält die WHS-Client-Software, die zum Sichern und Zugriff auf die WHS-Konsole benutzt wird
  • Lenovo Home Server Recovery DVD - Wird zur Wiederherstellung des Servers benutzt
  • Computer Restore CD - Wird zur Wiederherstellung eines Clients aus der Sicherung benutzt

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Ein DVD-Laufwerk für die Wiederherstellungs-DVD sucht man übrigens vergebens.
Der Server hat einen eigenen Flash-Chip mit WinPE, in das man per Reset-Knopf auf der Rückseite starten kann.
Der Rest der Wiederherstellung wird von einem Client-PC aus durchgeführt.

Der USB-Port an der Vorderseite ist mit der "USB-Stick-Backup"-Taste verbunden, die schlicht alle Dateien vom Stick auf den Server kopiert (in den "Öffentlich"-Share) und dann versucht, sie nach Dateityp in die Freigaben zu sortieren.
Dabei geht die komplette Ordnerstruktur verloren - entsprechend nutzlos ist die Funktion.

Zu sanft sollte man beim Einbau der Festplatten auch nicht sein, den wackligen Drive-Cage muss man verbiegen, um die Festplatte einzurasten.

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Ein Blick ins Innere


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Auf der Rückseite befinden sich, neben dem Stromanschluss und Gigabit-Port, noch 4 USB-Ports, ein eSATA-Port und ein Reset-Knopf.

Das Gerät kommt mit 2 Lüftern (Netzteil + Festplatten) aus und ist im Geräuschpegel erträglich, produziert aber neben einem G5 (9 Lüfter) und einem Laptop (2 Lüfter) immer noch ein distinktives Geräusch und in einem Wohnraum will man das Gerät deshalb eher nicht haben.

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1 Intel Atom 230 1.60 Ghz (Single Core, HT)
2 1GB PC2-6400 800MHz DDR2 RAM (max. 2GB)
3 PCIe x4 Low-Profile
4 4x SATA 3Gb/s
5 ATX(?)-NT-Stecker
6 CMOS Reset Jumper
7 HD-/Netzwerk-/Warn-LEDs
8 Front-USB
9 Debug-Mode-Jumper
10 Flash-Chip mit Windows PE
11 Debug-Board-Connector
12 Backplane LED
13 12V-NT-Stecker
14 HDD Status LEDs

Das Chipset ist ein Intel 946GC (ICH7).

Der Ethernet-Controller ist netterweise ein Marvell 88E8071, so dass man mit den erweiterten Marvell-Treibern sogar mehrere VLANs unter Windows einrichten kann.

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Die Grafikkarte ist eine Intel GMA 950 - einen VGA-Port wird man aber nicht finden.
Dieser versteckt sich nämlich im Debug-Port und muss per Debug-Jumper aktiviert werden.
In den HP MediaSmart-Foren finden sich für Interessierte genug Beschreibungen der Pin-Outs, denn das "offizielle" Debug-Board von Wistron scheint selbst für Händler schwer zu bekommen zu sein.

Wenn man etwas länger sucht findet man sogar einen Marvell 88SE6121 Soft-RAID-Controller, der sich aber in der Standardkonfiguration als relativ nutzlos erweist, da alle internen SATA-Ports am Intel ICH7-Controller hängen.
An welchem Controller sich der eSATA-Port befindet konnte ich nicht prüfen.

Windows Home Server

Wirklich interessant wird es aber beim Betriebssystem: Windows Home Server (das wiederum ein abgewandeltes Windows 2003 SBS ist). Im folgenden bitte immer eins im Kopf behalten: Das ist ein Produkt, welches Microsoft an Heimnutzer und nicht an IT-Leute verkaufen will.

WHS Konsole

Die Konfiguration von WHS erfolgt üblicherweise über die Windows-Home-Server-Konsole.
Dabei handelt es sich scheinbar um einen Vorläufer von RemoteApp: Ein verbogener RDP-Client und ein verbogener RDP-Server.
Standardmäßig hat man dabei folgende Reiter:

Computer und Sicherungen
Hier kann man Sicherungen anlegen, anzeigen und Planen - vorausgesetzt die Client-Software ist installiert.
Den WHS kann man zwar auch sichern, aber dies führt dazu, dass lediglich die Freigaben gesichert werden und nicht das ganze System.
Zwar kann man "Heimcomputer" automatisch täglich sichern (dabei werden tägliche Sicherungen nach 3 Tagen gelöscht, wöchentliche nach 3 Wochen und monatliche nach 3 Monaten, einstellbar), aber an eine autom. Sicherung für den WHS selbst ist nicht möglich (siehe Absatz "Freigebene Ordner")

Überhaupt scheint WHS unter "Sicherung" das Anlegen eines Ordners mit dem aktuellen Datum und 1:1 Kopieren aller Dateien zu verstehen.

Benutzerkonten
WHS erlaubt es mehrere Benutzerkonten einzurichten (neben dem "Gast"-Benutzer).
Jeder Benutzer erhält seinen persönlichen Ordner und man kann pro Benutzer den Zugriff auf die Freigaben als "Vollständig", "Lesezugriff" und "Keine" einstellen (Back to the roots ).
Auch hier versucht Microsoft dem Benutzer ins Knie zu schießen: Wenn man die Option "Remotezugriff" aktiviert sind komplexe Kennwörter erforderlich (Mind. 7 Zeichen + 3 Zeichenklassen).
Dies lässt sich schon im Unternehmen kaum durchsetzen und wieso MS das nun unbedingt auch noch Zuhause erzwingen will ist mir ein Rätsel...

Freigegebene Ordner
Wie der Name schon sagt kann man hier die Shares des Servers konfigurieren, aber auch hier sollte man nicht zu viel erwarten.
Zwar kann man neue Freigaben anlegen, aber der Ort ist auf D:\shares\<NAME> festgelegt.
Wer sich also denkt "Ich stecke mal meine externe Festplatte an und gebe die frei" wird so nicht sonderlich weit kommen.

Zusätzlich kann man hier die "Duplizierung" aktivieren (sobald man mind. 2 Datenfestplatten hat).
Kurz gesagt: Microsofts Versuch eines Data-Aware-RAID1. Daten in dieser Freigabe (Ja, diese Funktion muss pro Freigabe nachträglich aktiviert werden) werden dann automatisch auf eine zweite Festplatte kopiert. Dabei gilt zu beachten:
  • Die Kopie landet nicht auf der Backup-Festplatte, sondern auf einer Datenplatte
  • Die Kopie wird nicht sofort erstellt sondern ca. alle 20m-1h ("Speicher ausgleichen")
Was mit einer Datei passiert, die über mehrere Datenfestplatten gehen würde, habe ich nicht getestet.

Serverspeicher
In diesem Reiter sieht man die angeschlossenen Festplatten und kann sie als Backup-Platte oder "Speicherfestplatte" hinzufügen.
Während das bei den Datenplatten recht unkompliziert geht, schmeißt Microsoft dem Nutzer bei Backup-Festplatten ganze Felsen in den Weg:
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Die Festplatte war noch nicht initialisiert.

Wenn man es als Benutzer trotz dieser unhilfreichen Fehlermeldung geschafft hat die Festplatte zu formatieren kommt schließlich der eigentliche Witz:
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Richtig. Obwohl wir grade die Festplatte formatiert haben, um sie nutzbar zu machen fragt WHS jetzt, ob wir die Festplatte formatieren wollen.

Hotplug

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Der Server unterstützt Hotplug, Festplatten können also im Betrieb gesteckt und gezogen werden.
Mit Backup-Platten stört das den WHS wenig, reguläre Festplatten werden als "Fehlt" angezeigt, tauchen aber nach dem Einstecken schnell wieder auf.
Da es sich aber nicht um ein RAID handelt ist es mir rätselhaft was in so einem Fall mit den Daten tatsächlich passiert (siehe Abschnitt "Unter der Haube"). Ich gehe davon aus, dass die Daten, die sich auf der entsprechenden Festplatte befinden und nicht dupliziert wurden einfach verschwinden werden.
Nachprüfen konnte ich das nicht.

Netzwerk
Relativ unspannend ist der letzte Reiter: Netzwerk.
Dieser dient lediglich dazu den Benutzer über Probleme zu informieren (Keine Sicherung, Festplatte kaputt, etc...)

Lenovo Add-Ons

Zusätzlich zu den Standard-Funktionen hat Lenovo noch ein paar zusätzliche Funktionen eingebaut.
Über die lässt sich zwar streiten, aber zumindest ist es keine Demo-Müllware, die z.B. acer beipackt.

Lenovo Home Server

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Neben den Standard-Task-Manager-Funktionen und Systeminformationen bietet dieses Plug-In noch eine Übersicht der Spannungs-/Temperatur-/Lüftersensoren, sowie die Möglichkeit die Helligkeit der LEDs an der Frontseite zu regeln (Hell bis ganz aus).
Etwas versteckt in den Einstellungen hat man auch noch die Möglichkeit Warn-E-Mails zu senden, wenn bestimmte Grenzwerte länger als X Minuten überschritten werden.
Die Festplatten hatten im Test übrigens 40-45°C.

Lights Out
Das Lights Out Plugin kommt nicht von Lenovo, sondern ist vom dt. Hersteller AxoNet lizensiert.
Es zeigt, wann ein PC eingeschaltet war und ermöglicht diese zur Sicherung zu starten, sowie den Server zeitgesteuert in den Standby/Ruhezustand zu versetzen oder ganz auszuschalten.
Das ist leider alles andere als offensichtlich und auch über zwei Orte verteilt.
Zudem meinte Lenovo gleich noch den Server standardmäßig zu bestimmten Uhrzeiten in den Standby zu versetzen, was mich beim Einrichten einige Nerven gekostet hat, als auf einmal der Server im Standby war.

Firefly Media Server
Der Media Server ist ein recht unspannender iTunes Server, der einfach alle Musik-Dateien in der "Musik"-Freigabe als iTunes Mediathek freigibt.
iTunes erkennt den Server sofort und spielt MP3, M4A (AAC ungeschützt) und M4P (AAC mit DRM) problemlos ab.
Einzige Crux hier: Firefly muss nach Liedern "scannen", es dauert also bis zu 5 Minuten, bis ein Lied auch auftaucht.

Remote Access

WHS kommt mit einer kleinen IIS-Website, die sich über die WHS-Konsole auch mit einer dynamischen name.homeserver.com-Adresse konfigurieren lässt.
Das Interface bietet die Möglichkeit sich die Freigaben anzuschauen, mehrere Daten hochzuladen und (mehrere Dateien als ZIP-Archiv) runterzuladen.
Insgesamt hat es den Komfort (oder nicht), den HTML eben bietet, ist aber in der Umsetzung ganz gut gemacht und sicherlich nützlich, wenn man im Notfall mal eine Datei herunterladen muss.

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Ruft man die Website im Internet Explorer auf, taucht auch noch ein weiterer Tab auf: "Computer".
Dort kann man im Stil von SBS eine RDP-Verbindung mit der WHS-Konsole oder einem angeschalteten "Heimcomputer" herstellen.

Performance

Ohne die üblichen (nichtssagenden) Benchmarks geht es natürlich nicht, und darum ohne weiteren Kommentar:

netio

$ ./netio -t hs1.m.xa 
 
NETIO - Network Throughput Benchmark, Version 1.26 
(C) 1997-2005 Kai Uwe Rommel 
 
TCP connection established. 
Packet size  1k bytes:  65722 KByte/s Tx,  33921 KByte/s Rx. 
Packet size  2k bytes:  75445 KByte/s Tx,  42920 KByte/s Rx. 
Packet size  4k bytes:  100287 KByte/s Tx,  57232 KByte/s Rx. 
Packet size  8k bytes:  101841 KByte/s Tx,  61741 KByte/s Rx. 
Packet size 16k bytes:  102128 KByte/s Tx,  73896 KByte/s Rx. 
Packet size 32k bytes:  102722 KByte/s Tx,  76029 KByte/s Rx. 
Done. 
(Die Gegenprobe mit einem Linux-Server lieferte Werte von 80MB/s bis 110MB/s)

SMB-Throughput (Mac OS X Client)

$ dd if=/dev/zero of=/Volumes/Benutzer/max/test.1g bs=5m count=200 
200+0 records in 
200+0 records out 
1048576000 bytes transferred in 29.852727 secs (35124965 bytes/sec)

FTP-Throughput (Filezilla Server + CLI FTP Client)

$ ftp -u ftp://hs1.m.xa/ test.1g  
Connected to hs1.m.xa. 
220-EXPERIMANTAL BUILD 
220-NOT FOR PRODUCTION USE 
220- 
220 Implementing draft-bryan-ftp-hash-02 
331 Password required for anonymous 
230 Logged on 
Remote system type is UNIX. 
200 Type set to I 
local: test.1g remote: test.1g 
229 Entering Extended Passive Mode (|||2480|) 
150 Connection accepted 
100% |***********************************************************************|  1000 MiB   50.59 MiB/s    00:00 ETA 
226 Transfer OK 
1048576000 bytes sent in 00:19 (50.53 MiB/s) 

HDTune

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Ein Blick unter die Haube

Was den WHS gegenüber anderen NAS-Systemen interessant macht ist Windows Server.
Per RDP kann man sich auch direkt mit der regulären Konsole verbinden.

Auf dem Server lassen sich alle Standard-Funktionen (DNS,DHCP,RIS,WINS etc.) installieren und auch dcpromo lässt sich zumindest starten...
Abgesehen davon wirkt WHS aber wie eine relativ komische Frickelware:

Passwörter

Mit der Kennwortsicherheit scheint es Microsoft wirklich ernst zu meinen, denn wer sich denkt "Wenn ich kein kurzes Kennwort in der WHS-Konsole einstellen kann mache ich es eben so" wird mit diesem gnadenlos sinnfreien Dialog begrüßt:

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Benutzer und Gruppen

In der WHS-Konsole angelegte Benutzer werden erwartungsgemäß als lokale Benutzer eingerichtet - wenig spannend.
Absurd wird es aber bei der Gruppenzugehörigkeit:

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Microsoft hat tatsächlich für jede Freigabe eine Lese und eine Schreibgruppe angelegt und diese der Freigabe zugeordnet.
Für jede Freigabe wird ein Benutzer entsprechend Mitglied dieser Gruppe UND wird auch noch in die Freigabeberechtigungen aufgenommen.
Insgesamt wirkt es, als hätten die Entwickler hier das eigene ACL-System nicht verstanden.

Datenspeicher

Ein RAID gibt es bei WHS nicht.
Die 1. Festplatte teilt sich in System- und Datenpartition auf.
Weitere Datenplatten tauchen nicht als Laufwerk auf, sondern werden nach C:\fs\<BUCHSTABE> gemountet - während der Speicher selbst auf die Daten-Platte aufgeschlagen wird.
Was sich hier genau abspielt ist offensichtlich weder mir, noch Windows selbst klar:

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Ich kann nur raten, dass WHS automatisch die Daten auf alle Festplatten verteilt/dupliziert, aber das ist auf Benutzerebene nicht einsehbar.

Updates

Windows ist Windows und Updates gibt es immer und da Microsoft sich dachte "Wer will sich schon bei einem Server um Updates kümmern" haben sie eins der meistgehassen Features aus Windows XP mitgenommen: den "Wenn du nicht in 30 Sekunden hier klickst bin ich weg und alle deine offenen Dateien auch"-Dialog.
Übrigens fehlt "Windows Update" auch in der Systemsteuerung und so kann man nur hoffen, dass Updates nicht zu häufig passieren, wenn man grade einen Filmabend macht oder eine wichtige Datei auf dem Server bearbeitet...

Suche

Es ist praktisch nicht möglich den WHS selbst zu durchsuchen.
Der Sucheintrag im Startmenü fehlt und der Button im Explorer ist deaktiviert.
Lediglich die Suchleiste der "Windows Desktop Suche" bleibt und die scheitert schon am Suchen von versteckten Dateien.
Ich muss zwar nicht alles verstehen...

Fazit

Ich hatte die gewisse Hoffnung WHS an Personen zu empfehlen, die mehrere PCs im Haushalt haben und sich auch nicht immer um Sicherungen kümmern wollen, aber Windows Home Server ist gelinde gesagt ein voller Reinfall: Eine Frickelware, die scheinbar der Praktikant in der Kaffeepause gezimmert hat und sicher nichts, dem ich meine Daten anvertrauen würde.
Allein die Hardware-Auswahl (4 Geräte, von denen 3 identisch sind) zeigt, dass Microsoft hier grade eine Bauchlandung macht und auch machen muss.
Das Produkt geht zu mind. 60% an der Zielgruppe "Otto-Normal-Haushalte" vorbei, denn entweder man braucht Hilfe beim Einrichten oder hat selbst soviel Ahnung, dass WHS nicht ausreichend ist.

Was mich angeht, ich werde jetzt machen, was ich von Anfang an vorhatte:
Ein Debug-Kabel bauen, kleinen LSI-RAID-Controller einbauen und ein reguläres Windows Server darauf installieren.
Mitglied: campino1611
19.07.2010 um 15:56 Uhr
Boa Respekt für so viel Arbeit...
Bitte warten ..
Mitglied: Eifeladmin
22.07.2010 um 08:00 Uhr
Hallo,

erst mal eine schöne Beschreibung.
Aber ich kann deine Meinung über den WHS nicht teilen.
Ich hab selbst einen WHS seid mehr als einem Jahr am laufen und das ohne Probleme. Ich gehe auch mal davon aus das Microsoft hier nicht die Hardware- Auswahl trifft sondern die Hersteller einfach den WHS installieren anstatt sich die Arbeit zu machen selbst ein OS zu strinken.
Die Zielgruppe ist auch nicht ungebedingt nur Haushalte sondern auch Kleine bis Mittelständige Firmen.
Du sagst du würdest eher einen regülären Windows Server installieren. Gut kann man tun aber in einer kleinen Firma wo es vielleicht keinen Admin gibt find ich es für einen normalen Anwender einfacher z.B. einen User auf einem WHS anzulegen als auf einem Windows Server. Außerdem solltest du auch mal unter die Haube schauen. Der WHS baut auf einem Windows Serve 2003 auf d.h. viele Dienste die dort integriert sind kannst du auch auf einem WHS nutzten. Von den Lizenz Kosten mal ganz ab zu sehen. Beim WHS können die Clients Home Lizenzen nutzten, bei einem regulären Server mit Domäne musst du Pro Lizenzen nehmen und für eine kleine Firma macht das doch wohl noch einen Unterschied. Du beschreibst z.B. auch den Firefly, dieser ist ja ein Add-In welches wohl Standardmäßig auf dem WHS von Lenovo installiert ist. Ich denke mal eher das die Perfamnce Probleme von der Hardware Plattform kommen, meiner Meinung nach ist die ATOM Plattform hier nicht die obtimale Wahl, vom Strom verbauch ja ok vielleicht auch bei einem Client aber da würde ich schon in was besseres investieren.
Schau dir doch mal an was die Community um den WHS so treibt, vielleicht änderst du ja deine Meinung WHS Blog.

Gruß
EA
Bitte warten ..
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