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Frage zu uraltem Unix-Format

Frage Linux

Mitglied: dejoule

dejoule (Level 1) - Jetzt verbinden

14.08.2014 um 09:21 Uhr, 1002 Aufrufe, 11 Kommentare, 1 Danke

Hallo,

auch wenn ich hier nicht ganz richtig, bin, aber ich glaube, Linux kommt dem doch sehr nahe. Denn ich hätte eine Frage an die Unix-Nostaliger

Ich habe noch div. 5 1/4" Disketten, welche aus der Mitte der 90'er stammen. Sie lagern seitdem staubfrei und in einem dunklen Raum bei mir zu Hause und, da diese von jeher mir gehören, weiß ich auch was drauf ist.
Genau an diese Daten würde ich nun gerne gelangen.

Es handelt sich um Textdateien, welche mit einen uralten Siemens PC (damals Unix / Sinix) geschrieben wurden. Keine Ahnung mehr, wie das Programm damals hieß.

Natürlich habe ich keinen solchen alten PC mehr. Ein 5 1/4" LW kann man ja noch besorgen und ggf. irgendwie an einem neueren Rechner anschließen, aber da ist nun meine Frage:

Falls die Daten noch lesbar sind - ich hoffe es - könnte ich dieses Format überhaupt noch mit einem neueren Linux-System lesen? Wie könnte ich am besten an diese Daten kommen? Kann man ggf. sogar mit einem normalen Windows die Daten noch lesen?

Vielen Dank für Eure Hilfe
Mitglied: SlainteMhath
14.08.2014 um 09:34 Uhr
Moin,

ob das im Eigenbau was wird mit dem Einlesen der Disks ist eher zweifelhaft (v.A. weil die Hardware kaum noch zu besorgen sein wird). Evtl. findest du aber im Inet einen Dienstleister der dir die Disks zumindest in mountbare Images umwandelt - oder gleich die Files bereitstellen kann. Aber billig wird das sicher auch nicht.

Ob dann die Texte noch lesbar sein werden kann dir hier keiner sagen, da ja nicht mal das Programm bekannt ist mit den sie erstellt wurden. Bestenfalls liegen sie in reinem ASCII vor, oder als Postscript Latex oder ähnlichem. Schlechtesten Falls sind sie in einem programm eigenen Format/KOdierung abgelegt und du schaust in die Röhre.

lg,
Slainte
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Mitglied: dejoule
14.08.2014 um 09:39 Uhr
Vielen Dank für die rasche Antwort. Nun, ich glaube mich zu erinnern, dass es wirklich absolut simpel im ASCII-Format abgespeichert wurde. Na ja, ein Dienstleister kommt da sicherlich sehr teuer, vor allem, da ich ja selber nicht weiß, ob die Daten überhaupt noch lesbar sind.

Vielen Dank nochmals

lg
dejoul
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Mitglied: Lochkartenstanzer
14.08.2014, aktualisiert um 11:31 Uhr
Moin,

falls die Disketten noch funktionieren, sollte es zumindest physikalisch kein Problem sein, diese mit dd/ddrescue in ein Image auf der Platte zu befördern. 5,25"-Laufweke bekommt man noch und auch PCI/PCIX-karten für den Anschluß von Floppies gibt es auch noch. Selbst auf mainboards ist der Floppy-Anschluß nicht ganz verschwunden.

Da bleibt nur das Problem des Datenformats:

Auch damals(TM) war das FAT-FS recht weit verbreitet. Wenn Du Glück hast, sind die Disketten so direkt mountbar.

Ansonsten kannst Du mit mount -t auto /dev/floppy /mnt Dein Glück versuchen.

zur Not kannst Du mit od oder strings Dir das image anschauen und ggf die interessanten Teile Dir rauspfriemeln.

lks

PS: War HIT/CLOU das Programm?
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Mitglied: dejoule
14.08.2014 um 11:39 Uhr
Vielen Dank für die Tipp's. Ich habe noch einen alten, zehn Jahre alten PC, der dürfte noch problemlos die Schnittstelle liefern.
Die Textverarbeitung war HIT.
Siemens hatte damals die MX2 Geräte, auf dem Sinix mit HIT installiert wurde.
Ich hoffe wirklich, die Daten wieder herstellen zu können. Die Disketten wurden ja über die Jahre hinweg nicht beschädigt.
Vielen Dank nochmals

dejoule
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Mitglied: facebraker
14.08.2014 um 11:54 Uhr
Hallo, ich habe noch einige SCO Unixware als virtuelle Maschinen am laufen, da könnte ich ein Image mal mounten und schauen ob ich drauf komme.

Gruß Alex
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Mitglied: Pjordorf
14.08.2014 um 11:56 Uhr
Hallo,

Zitat von dejoule:
Die Disketten
sind auch NUR magnetische Datenträger. Nur die Oberfläche der Disketten ist Magnetisch und wohl aufgedampft. Magnetismus geht verloren, damit auch die Bits und Bytes. Nach fast 20 Jahren kann dir der Erdmagnetismus da schon deine Daten zu sich geholt haben, Teilweise oder ganz, oder auch gar nicht

Es kommt auf einen Versuch an....

PS. Habe auch noch welche aus '85 mit einen Virus. Heute ist kein Virus mehr drauf aber auch keine Daten mehr
Gruß,
Peter
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Mitglied: Dobby
14.08.2014 um 12:05 Uhr
Hallo,

Es handelt sich um Textdateien, welche mit einen uralten Siemens PC (damals Unix / Sinix)
geschrieben wurden. Keine Ahnung mehr, wie das Programm damals hieß.
Finde doch einfach das Format heraus und dann besorge Dir ein Tool was das
Format noch lesen bzw. konvertieren kann.

Natürlich habe ich keinen solchen alten PC mehr.
Ein 5 1/4" LW kann man ja noch besorgen und ggf. irgendwie an einem
neueren Rechner anschließen, aber da ist nun meine Frage:
An irgend etwas muss das 5.25" Laufwerk aber angeschlossen werden.

Falls die Daten noch lesbar sind - ich hoffe es - könnte ich dieses Format überhaupt noch
mit einem neueren Linux-System lesen?
Wenn man da HIT installieren kann oder einen Emulator oder ein Programm xyz das dann
das selbe Format wie HIT lesen und schreiben bzw. drucken kann, ist doch alles "tutti"

Wie könnte ich am besten an diese Daten kommen?
Alten PC mit Floppy Schnitstelle besorgen
Laufwerk anschließen
Linux installieren
Disketten auslesen
und dann nur mit den Kopien arbeiten und nicht mit den originalen
Geht etwas "schief" hast Du die original Datei noch, und zwar unbeschädigt!

Es gibt zwei Formate von HIT:
hit Siemens Hit >= V4.0, 3.4
hit2 Siemens Hit V2.0

Und daher würde ich einmal folgendes Programm versuchen:
Textkonverter Putrans

Kann man ggf. sogar mit einem normalen Windows die Daten noch lesen?
Dann aber nur mittels QuickViewPlus

Viel Glück und Erfolg
Gruß
Dobby
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Mitglied: Lochkartenstanzer
14.08.2014 um 12:11 Uhr
Zitat von Pjordorf:

geht verloren, damit auch die Bits und Bytes. Nach fast 20 Jahren kann dir der Erdmagnetismus da schon deine Daten zu sich geholt
haben, Teilweise oder ganz, oder auch gar nicht

Mit Lochkarten hat man es da einfacher. Da reicht ein ADF-Scanner und OCR um die Daten wieder zu lesen.

lks
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Mitglied: Pjordorf
14.08.2014, aktualisiert um 12:22 Uhr
Hallo,

Zitat von Lochkartenstanzer:
Mit Lochkarten hat man
auch Probleme. Elcrotel (Verschlüsselung NATO vor 30 Jahren) hatte einen Lochkartenstreifen auf beiden Seiten der Kommunikation. Unser Lochkartenstreifen passte eines Tages nicht mehr. Nach 36 Stunden stand fest, der war mal feucht geworden und wieder getrocknet. Danach passten die Löcher nicht mehr zum aktuellen Code. Mehr als rauschen war beim telefonieren oder Faxen nicht zu bekommen Auch Statusmeldungen von Atomaren Sprengköpfen konnten nicht übermittelt werden, erst nachdem aus den USA neue Schlüssel (Lockkartenstreifen) kamen. Jaja, damals war alles besser

Steintafeln sind länger haltbar

Ähnlich http://www.moba-paffenholz.de/klaus-paffenholz.de/docs/bos-funk/index.h ...

Gruß,
Peter
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Mitglied: dejoule
14.08.2014 um 12:40 Uhr
Vielen Dank für die tollen Tipp's

Ich sehe schon, hier sind viele, die sich nach an die "gute alte Zeit" erinnern

Die Floppy-Schnittstelle wurde ja noch sehr lange auf dem Motherboard mitgeliefert. Ich denke, ein PC mit dem Baujahr 2002 müsste das noch haben und Linux ist auch schnell draufinstalliert. Das Laufwerk selbst bekommt man ja auch noch problemlos. Meine größte Sorge ist wirklich die Zeit, die vergangen ist und die Disketten vielleicht schon zerstört haben. Aber wenn ich es nicht versuche, werde ich es nie wissen, ob die Daten noch zu retten sind oder nicht.

Vielen Dank nochmals

Viele Grüße
Cornelia

P.S. Ach ja, Dobby, es war HIT2, daran erinnere ich mich jetzt, dank deines Hinweises, wieder
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Mitglied: Dobby
14.08.2014 um 13:05 Uhr
. Aber wenn ich es nicht versuche, werde ich es nie wissen, ob die Daten
noch zu retten sind oder nicht.
und wenn Du die original Dateien nimmst und nicht mit Kopien arbeitest wirst
eventuell nie erfahren was da drauf war!

Schau Dir den Konverter ruhig noch einmal an, damit sollte es auch laufen
und wenn alle Stricke reiße dann wäre da ja auch noch die Möglichkeit ein
SUN Solaris x_86 zu installieren oder mittels Linux und vim einen versuch zu
unternehmen.

Gruß
Dobby
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