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Ethernetverkabelung über Telefonverkabelung?

Mitglied: 8925

8925 (Level 1)

05.04.2008, aktualisiert 07.04.2008, 5963 Aufrufe, 6 Kommentare

Hallo Leute,

ich bin jetzt schon langjährig in der Netzwerktechnik zugange, habe aber letzte Woche ein seltsames Phänomen erlebt.

An einem Flughafen habe ich einen Rechner ins Netz bringen wollen, und habe nur TAE Dosen vorgfunden. Nach Rücksprache eines Users, ist das üblig, ein RJ45 Kabel (vom Rechner) an eine TAE Dose anzuschließen (Adapterkabel waren vorhanden).

Ich dachte erst, der will mich verarschen, oder eben halt, DAU...

Aber seltsamerweise funktioniert dieses Konstrukt.. Vorallem, was mich einfach wundert, nach der TAE gibt es keine isolierten / geschirmten Kabel, sondern der ganz normale schwarz / rote Telekom Draht.. 4 Adern..

Wie kann das funktionieren? Es muss doch eine exorbitante Dämpfung gegeben?

Bei google und CO wurde ich leider nicht fündig, wie gesagt, ich hab so etwas auch noch nie in meinem Leben gesehen und hätte nicht gedacht, dass es funktioniert...

Schreibt euere Erfahrungen, Wissensstände darüber..

Danke im voraus.

Grüße,

Andreas
Mitglied: nils-0401
05.04.2008 um 14:37 Uhr
Hallo,
wie schnell ist denn das Netzwerk? 10 Mbit? Das kann gehen. Auch wichtig ist die Länge der Kabel, bei wenigem Metern durchaus möglich.

Ich musste letztens selber bei einer Freundin UTP Kabel also ungeschirmte Kabel einziehen, weil die Leerrohre nichts anderes zuließen. Funktioniert über ca 40-45 Meter mit 100 Mbit ohne Probleme. Die musste ich sogar mit 2x 100 Mbit pro Kabel belegen. Bei Gigabit hätte ich das ganze allerdings verweigert, da ich das auf Dauer nicht für verantwortbar halte!

Nils
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Mitglied: hildefeuer
05.04.2008 um 15:53 Uhr
ja, das geht. Habe es auf 2 Stellen am laufen.
Einmal über ungeschirmte Telefonleitungen die auch noch 5 x angesetzt sind. Musste hier aber auf 10Mb/s umschalten. Kabellänge durch 5 Zimmer ca. 30m Druchmesser 0,7mm.
Eine andere Variante läuft über ein Erdkabel, wo gleichzeitig Telefon drüber läuft. Habe einen Vierer im Erdkabel ausgesucht, dessen Nachbarleitungen ich auf Masse legen konnte. Die Alu-Schirmung des Erdkabels habe ich ebenfallls auf Masse gelegt. Hier gehts auch mit der 100Mb/s Einstellung.
Freilich werden 100Mb/s nicht erreicht. Kabellänge ca. 25m zwischen 2 Gebäuden. Durchmesser 0,9mm.
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Mitglied: filippg
05.04.2008 um 16:14 Uhr
Hallo,

ich hoffe doch sehr, dass die Kabel isoliert waren .
Sowas regelmässig im Produktivbereich einzusetzen ist schon seltsam, das stimmt. Aber vermutlich wird nur 10MBit gefahren (2DA reichen übrigens auch für 100MBit), und gute Kabel gab es auch von der Telekom. Twisted Pair-Kabel sind das ja auch. Und Schirmung hat nichts mit Dämpfung, sondern mit Übersprechen zu tun. Angeblich sind in den Staaten eh ungeschirmte Kabel gebräuchlich.
Da aber in Flughäfen die Distanzen eh so groß sind, dass Ethernet nicht mehr ausreicht, kann es sehr gut sein, dass das nur für die letzten 20 Meter verwendet wird und dann ein Hub/Switch/Repeater/Medienkonverter kommt. Was musste denn dann am anderen Ende noch gepatcht werden?
Wäre aber schon mal interessant die Paktefehlerraten mit denen von "üblichen" Verkabelungen zu vergleichen. Und wenn die sich beschweren, dass sie keinen Durchsatz über ihr Netzwerk kriegen wird es wohl daran liegen.


Gruß

Filipp
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Mitglied: hildefeuer
05.04.2008 um 19:43 Uhr
ist klar war eine Notlösung beim Nachbarn, WLan lief nicht vernünftig. Jeder hat ja wlan alle Kanäle belegt.
Im 2. Fall hätten wir einen gepflasterten Hof aufbaggern müssen, oder auf WLAN 11Mb/s ausweichen. Wird auch in beiden Fällen zu 98% nur für Internet benutzt.
Die Kabel der Telekom kamen übrigens fast alle von meinem Ex-Arbeitgeber und ich habe sicherlich einige Millionen Aderkilometer isoliert und online mit 1kV getestet (bei 2000m/min Produktionsgeschwindigkeit x8Std.X40Std.x11Jahre)
Übigens sind die Telefonkabel nicht "twisted pair" sondern 4er. Die 4 Adern wurden gemeinsam verseilt. Deshalb kann man auch z. b. bei Fehlern auf 20cm genau messen wo der Fehler ist, weil man ja im 4er 3 heile Adern hat für kapazitättsmessung.
twisted pair sind einzeln verseilte paare - wie der Name sagt.
Diese komischen Adern gibt es nur bei Telekom und in Ägypten. Sonst nirgends wo auf der Welt.
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Mitglied: 8925
06.04.2008 um 19:31 Uhr
Vielen vielen Dank für all die Zuschriften.. Aber mal ernsthaft, eine solche Verkabelung ist doch krank.. Vorallem als Unternehmen bzw. Flughafen??

Selbst als Notlösung würde die tertiäre Verkabelung, in dieser Form für mich nie in Frage kommen. Das ist einfach Pfusch..

Ich werde selbst mal zuhause ähnliches testen, aus Interesse gründen. Ich dachte immer, dass man allermaximal 10m dafür nutzen kann, mit vielen Paketverlusten.

Und wegen Dämpfung, habe ich insoweit schon Recht. Natürlich liegts auch am Übersprechen, aber U.A. !! Und hauptsächlich auch nur bei Telefonie. Es gibt ja wesentlich mehr Faktoren, wie auch noch die magnetischen Kräfte die sich entwickeln, die sich beim Ethernetkabel durch die Verdrillung u.a. aufheben.

Aber ich hab halt von allen störenden Faktoren, die Dämpfung am schlimmsten angesehen.

Trotzdem vielen Dank für alle Infos.

Grüße,

andy
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Mitglied: hildefeuer
07.04.2008 um 13:54 Uhr
sicher ist auch aus Preisgründen Quatsch, da cat5, cat6 kabel günstiger ist als Telefonkabel sind.
Also nur unprofessionelle Notlösung. Liegt der Flughafen etwa im osten? Da hatte man nix anderes.
Oder wars ehemals military? Da gelten andere Regeln.
Bitte warten ..
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