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Zu viele Installationen bzw. zu wenige Lizenzen im Betrieb - Chef stellt sich stur

Frage Sicherheit

Mitglied: tobiaso-de

tobiaso-de (Level 1) - Jetzt verbinden

19.07.2010 um 10:11 Uhr, 8532 Aufrufe, 16 Kommentare

Hallo!

Im Unternehmen eines Bekannten sind viel zu wenige Lizenzen z.B. vom Microsoft Office vorhanden. Trotzdem kommt die Anweisung vom Chef, die Software weiterhin zu installieren. Sie ist auch notwendig für das tägliche Geschäft. Für die IT Abteilung ist die Lösung klar: Es werden zusätzliche Lizenzen gebraucht. Der Chef jedoch stellt sich stur und möchte keine neuen Lizenzen beschaffen. Der IT-Leiter hat vom Chef ein schriftliches Zugeständnis gefordert, dass er über den Missstand bescheid weiß und trotzdem weitere Installationen fordert. Auch das hat der Chef verweigert.
Was kann die IT Abteilung jetzt noch tun? Wer ist schuld, wenn alle in der Kette bescheid wissen, dass keine Lizenzen mehr da sind und der kleine ITler trotzdem munter weiter installieren soll? Wie reagiert Microsoft?
Das kuriose daran: Microsoft müsste schon seit etwa einem Jahr bescheid wissen, dass die Firma im Missstand ist, da man mit der Angebotsabteilung von MS bzw. mit dem Reseller im Gespräch war.

Beim googeln bin ich auf keinen Fall gestoßen bei dem Microsoft ein mittelständisches Unternehmen aufgrund fehlender Lizenzen verklagt hätte. Gibt es hier Präzedenzfälle, die man der Geschäftsführung vorlegen könnte?

Danke schonmal für euere Antworten.
Mitglied: brutuz09
19.07.2010 um 10:27 Uhr
Ganz ehrlich?

Kündigen. Neuen Job Suchen!

Hört sich vielleicht. hart an - aber wenn der Chef so reagiert, kann das auf die dauer sowieso nicht gut gehen (es fängt jetzt mit Office an wo hört es dann auf?) ... im "Worst-Case" wird am Ende das ganze auf die Person geschoben der was die Software installiert hat.
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Mitglied: wiesi200
19.07.2010 um 10:32 Uhr
Zitat von brutuz09:
Ganz ehrlich?

Kündigen. Neuen Job Suchen!

Hört sich vielleicht. hart an - aber wenn der Chef so reagiert, kann das auf die dauer sowieso nicht gut gehen (es fängt
jetzt mit Office an wo hört es dann auf?) ... im "Worst-Case" wird am Ende das ganze auf die Person geschoben der
was die Software installiert hat.


Würd ich auch sagen.
Was mich besonders Ärgern würde, ist das der Chef nicht mal dafür grade stehen will und den Zettel unterschreibt. Ober überhaupt was bringen würde ist dann ne andere Sache.
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Mitglied: tobiaso-de
19.07.2010 um 10:44 Uhr
Naja, das mit dem Kündigen ist natürlich auch nicht angenehm für dem Mitarbeiter, am schönsten wäre doch wenn man dem Chef ein wenig unter Druck setzen kann. Kennt niemand ein Beispiel wo es schon mal eine firma erwischt hat und von Microsoft verklagt wurde?
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Mitglied: seef
19.07.2010 um 10:53 Uhr
Doch, und das nicht zu Knapp, allerdings war es dort so dass die Firma die lizenzen sogar auf die Heimrechner der angestellten und freunde deren installierte..... dann fand Microsoft das heraus und es gab eine Strafe .
xxx xxx , xx € ..... warscheinlich über 200000€ auf jeden Fall war es zuviel für die Firma und sie wurde dann von einer anderen übernommen.... so kanns gehen.

Allerdings läst Microsoft immer an die 10% mehr installierte Lizenzen zu als gekaufte.... nur so am Rande...



Seef
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Mitglied: tikayevent
19.07.2010 um 11:14 Uhr
Allerdings läst Microsoft immer an die 10% mehr installierte Lizenzen zu als gekaufte.... nur so am Rande...

Wirklich Zulassen tut Microsoft es nicht, aber da macht Microsoft keine großen Probleme. Du musst nachlizenzieren, aber Microsoft sieht von einer Strafe ab.

Ich würde einfach den Missstand schriftlich dem Chef mitteilen, einfach schreiben was Sache ist und unter Zeugen beim Chef persönlich einreichen. Da dass nichts bringen wird, gibts noch immer die freundlichen Schnüffler von der BSA. Die kümmern sich dann um den Rest.

Bin ich froh, dass mein Chef aufgrund einiger vergleichbarer Vorfälle aus anderen Bereichen gelernt hat. Seit dem hab ich immer einen Lizenzüberschuss.
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Mitglied: sucher
19.07.2010 um 12:26 Uhr
der chef haftet immer, egal was er behauptet,
aber,
wenn wirklich jemand kommt und nach lizenzen fragt wird er wahrscheinlich versuchen die verantwortung nach unten abzuwälzen,


schriftliche notizen machen, gesprächsprotokolle anfertigen und von den beteiligten abzeichnen lassen, wenn der chef das nicht mit abzeichnet, egal, es reicht wenn er auf der teilnehmerliste steht und andere das per unterschrift bestätigt haben

und zum schluss, ich würde mir auch nen anderen job suchen, im ernstfall, wenn also jemand kommt und der chef haften muss, wird er gründe suchen und finden beteiligten personen das leben in der firma schwer machen oder zu feuern
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Mitglied: mrtux
19.07.2010 um 14:16 Uhr
Hi !

Zitat von sucher:
wenn wirklich jemand kommt und nach lizenzen fragt wird er wahrscheinlich versuchen die verantwortung nach unten abzuwälzen,

Das ist völlig uninteressant, wenn der IT-Leiter angestellt ist (weisunggebundene Tätigkeit), dann trägt der Chef immer die Verantwortung, egal was er da so wälzt...

@TO
Du kannst ja dem Bekannten vorschlagen, M$-Office nur da einzusetzen, wo es unbedingt erforderlich ist (weil z.B. es von anderer Software benötigt wird, typisches Beispiel ist DATEV) und für alle anderen Arbeitsplätze ein freies Officepaket verwenden. Und komm mir jetzt nicht mit: "Die haben Exchange und brauchen unbedingt Outlook oder Openoffice kennen die Mitarbeiter nicht." - Bei Exchange sind die Lizenzen für Outlook dabei und wer Openoffice nicht bedienen kann, würde bei mir sofort ein hervorragendes Arbeitszeugnis für die erfolgreiche Bewerbung beim Mitbewerber bekommen...Ein Blick auf Textmaker Office (schnell, günstig und kompatibel) könnte auch nicht schaden....

mrtux
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Mitglied: DMeyer
21.07.2010 um 23:16 Uhr
Hallo,

ist doch ganz einfach. Ihr schreibt eine Aktennotiz in der ihr alle Daten und Fakten aufschreibt. Danach bestätigen alle mit Unterschrift das aufgeschriebene. In dieser Aktennotiz muss natürlich auch stehen wann und in welcher Form ihr den Chef informiert habt. Am besten emails mit dahinter heften. Nicht vergessen das Kollegen aus der EDV auch diese bestätigen. Am besten mehrmals den Chef unterrichten. Danach kopiert ihr die Aktennotiz und jeder nimmt sich eine Kopie mit nach hause und heftet sie sorgfältig ab.

Das wars.

Das ganze widerholt ihr alles halbe Jahr. Am besten bekommt der Chef auch mit das ihr die Sachen mit nach Hause nehmt. Spätestens bei der zweiten Erinnerung wird cheffe kleinlaut und dann werden die Lizenzen nachgekauft.

So lange der Chef weiß das ihr nix in der Hand habt wenns mal krachen sollte wird sich da nix tun. Er kann ja sagen das "Dafür habe ich einen EDV Leiter bzw IT Verantwortlichen ". Mit den Aktennotizen hat er schlechte karten, vor allem wenn alle die "Geh nicht ins Gefängniskarte" aus dem Hut zaubern können. Vor Gericht würde er in ziemliche Erklärungsnot kommen.

Und danach würde mir die Sache am A.... vorbeigehen.
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Mitglied: creyzee
26.07.2010 um 09:23 Uhr
Hallo,

bei Exchange waren die Outlook-Lizenzen nur bis Exchange 2003 mit in den CALs dabei, ab 2007 (und ohne SA) musst du für jeden Client eine Exchange-CAL UND eine Outlook-Lizenz kaufen...

Und zum Thema: ob die IT da so ganz aus der Verantwortung genommen wird glaub ich nicht so recht. Denn wider besseren Wissens habt ihr ja doch die Software installiert und die Lizenzen überbucht. Angewiesene Tätigkeit hin oder her. Wir wissen auch alle, das z.B. Körperverletzung strafbar ist und benehmen uns daher anständig. Aber wenn jetzt der Chef will, dass wir wen verhauen, macht ihr es dann? Und seid ihr dann straffrei, nur weil es angeordnet war...?

Ich würde die Software nicht weiter installieren. Und mit einer eventuellen Abmahnung wegen z.B. "Arbeitsverweigerung" würde ich zur Gewerkschaft/Arbeitsgericht gehen.

Aber die Alternativen von euch sind nicht schlecht: ich würde auch auf andere (freie/kostenlose) Software hinweisen und nur da installieren, wo es auch nötig ist. Das ist doch zumindest ein Kompromiss.

Viele Grüße (und viel Glück!), creyzee
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Mitglied: vodomohua
26.07.2010 um 10:58 Uhr
Ich würde bei jeder Installation den Chef per E-Mail informieren und dort reinschreiben, dass auf Wunsch keine Lizenz gekauft wurde. Dann die Mails archivieren. Zu einem nerven die E-Mails warscheinlich und der Chef hat sie im Posteingang immer wieder in Sicht. Wenn er sie löscht und nicht beachtet, bist du deiner Pflicht nachgekommen ihn zu informieren und kannst dieses beweisen.
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Mitglied: Ioan
26.07.2010 um 21:19 Uhr
Hallo mrtux,

Seit 2008 braucht Datev nicht mehr explizit MS-Office Produkte. Die gängige Produkte sind zugelassen, inklusive Open Office. Die einzige Einschränkung betrifft die Dokumentenorganisation.

Gruß Ioan
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Mitglied: Tigerbaby
27.07.2010 um 16:45 Uhr
Hab mal zu diesem Thema gestöbert und was gefunden:

Zitat:
Es haftet, und dies ist vielen Personen wohl nicht ganz bewusst, die Geschäftsleitung. Der Geschäftsführer, der Vorstand. Es haftet nicht die IT Abteilung, es haftet nicht der Einkauf, es haftet auch nicht der Angestellte der illegal Software installiert hat.


Auszug aus http://www.spielerboard.de/showthread.php?t=118829


"Was für ein Zufall, wenn plötzlich dieser Link im Postfach des Chefs landet!" ;)



grüße
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Mitglied: creyzee
27.07.2010 um 18:22 Uhr
Hallo,

ich habe mal etwas recherchiert und habe folgende Webseiten gefunden:

der GL haftet alleine
http://itrecht.blogg.de/eintrag.php?id=12
http://www.channelpartner.de/knowledgecenter/management_karriere/271862 ...

der Admin haftet mit
http://openbook.galileocomputing.de/microsoft_netzwerk/microsoft_netzwe ...

"...Der Systemadministrator ist dafür verantwortlich, dass genügend Lizenzen gekauft wurden, und er selbst – nicht nur die Unternehmensleitung – macht sich strafbar, wenn gegen Software-Lizenzbedingungen verstoßen wird..."

http://openbook.galileocomputing.de/microsoft_netzwerk/microsoft_netzwe ...

"...Organisationsverschulden

Setzt ein Unternehmen illegal Software ein, ohne die entsprechende Anzahl von Lizenzen erworben zu haben, verstößt es gegen das Urheberrecht und macht sich mindestens schadensersatzpflichtig. Haftbar gemacht werden in diesem Fall – im Rahmen des so genannten »Organisationsverschuldens« – die Organe des Unternehmens, das heißt der oder die Geschäftsführer bzw. der Vorstand einer AG, und zwar unabhängig davon, ob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt wurde. Fahrlässig handelt beispielsweise ein Geschäftsführer, der bei der Auswahl der Lieferanten die verkehrsübliche Sorgfalt außer Acht lässt oder seinen Mitarbeitern keine geeigneten Arbeitsanweisungen gibt, um die Einhaltung der Lizenzbestimmungen sicherzustellen oder zu kontrollieren. Vorsätzlich verstößt der Geschäftsführer gegen geltendes Urheberrecht, wenn er von der Verwendung nicht lizenzierter Software in seinem Unternehmen weiß und nicht einschreitet oder den Einsatz sogar fördert.

IT-Leiter macht sich strafbar

Auch der IT-Leiter, der den Einsatz von nicht oder unterlizenzierter Software wissentlich billigt oder sogar fördert, macht sich strafbar. Im Ernstfall wird er sich schwerlich damit herausreden können, dass er auf Anweisung der Betriebsleitung gegen geltendes Recht gehandelt hat...."

http://www.securitymanager.de/magazin/artikel_980_lizenzmanagement_kost ...

"Führt der Lizenzabgleich jedoch zu dem Ergebnis, dass weniger Lizenzen vorhanden sind als tatsächlich genutzt werden, ist eine schnelle Reaktion vonnöten. Unabhängig von seinem eigenen Verschulden haften der zuständige Geschäftsführer oder die verantwortlichen IT-Leiter persönlich, da sich eine Unterlizenzierung nicht „mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns“ vereinbaren lässt. Bereits fahrlässiges Verhalten begründet die Haftung: Eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren kann die Folge sein. Zwar sind solch drastische Maßnahmen die Ausnahme, in jedem Fall aber droht ein Strafverfahren. "

Ob der Admin da wirklich schuldfrei rausgeht...?

Viele Grüße, creyzee
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Mitglied: Tigerbaby
27.07.2010 um 20:23 Uhr
Nun ja wohl eher doch nicht.

Zumindest seine Stelle wird er verlieren/aufgeben müssen.

Wäre noch zu unterscheiden zwischen IT-Leiter und Administrator/Systembetreuer.

Nicht alle Firmen haben einen "IT-Leiter". Diese Rolle übernimmt immer öfter die GF oder der Leiter der Personalvertretung. (selber erlebt)

Der "normale" Admin ist oftmals nur ein gewöhnlicher Angestellter. (Der aber alles Managen muss, als wie wenn er die Leitung hätte)

Somit würde ich sagen, er übernimmt nur dann die Haftung, wenn es vom Arbeitsvertrag her geregelt ist, daß er die EDV-Leitung hat!





grüße
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Mitglied: mrtux
27.07.2010 um 21:06 Uhr
Hi !

Zitat von Ioan:
Seit 2008 braucht Datev nicht mehr explizit MS-Office Produkte. Die gängige Produkte sind zugelassen, inklusive Open

Hatte erst neulich bei einem Kunden ein Datev-Kassenbuch, das setzte unbedingt MS-Office voraus, entweder war es älter oder deine Aussage trifft nicht auf alle Datev Produkte zu. Ausserdem sollte das nur als Beispiel dienen...

mrtux
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Mitglied: Ioan
29.07.2010 um 09:24 Uhr
Hallo,

Hast Recht. Ich habe das Zeug vergessen weil relativ wenig benüzt wird. Datev Phantasy ist auch MS-Office abhängig wegen die viele Makros die installiert werden.

Gruß
Ioan
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